Joe Kaeser Siemens

Siemens-Chef Joe Kaeser sieht wenig Bedenken gegen einen stärkeren Einstieg des chinesischen Konzerns Midea beim Ausgburger Roboterbauer Kuka. - Bild: Siemens

"Wenn wir Interesse gehabt hätten, hätten wir uns sicherlich schon längst damit befasst", sagte Kaeser, der Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bei den deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen begleitet, dem Nachrichtensender NTV.

Der Siemens-Chef ließ in dem Interview durchblicken, dass er einen Verkauf an den chinesischen Haushaltsgerätehersteller Midea gelassen sieht. Kuka ist ein wichtiger Ausrüster der deutschen Industrie. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und EU-Digitalkommissar Günther Oettinger wollen die Midea-Offerte abwehren, um den Abfluss von Know-how zu vermeiden. "Die Globalisierung ist nicht nur in eine Richtung, sie kommt auch zurück", betonte hingegen Kaeser. Das zeige doch nur, wie stark Deutschland sei und wie interessant seine Unternehmen.

Chinesen sind zuversichtlich

Unterdessen gab sich Midea-Vize Andy Gu zuversichtlich, mit dem 4,4 Milliarden Euro schweren Übernahmeangebot Erfolg zu haben. "Wir haben ein attraktives Angebot gemacht", sagte Gu dem Handelsblatt. Von dem großen Widerstand gegen die Offerte in Europa zeigte er sich überrascht und betonte die Wachstumsaussichten für Kuka in China. Sorgen um eine politische Einflussnahme seien unbegründet.

Sein Unternehmen sehe großes Wachstumspotenzial für Kuka in China, sagte Gu weiter. Mit der Übernahme wolle Midea der deutschen Firma beim Durchstarten auf dem Milliardenmarkt in der Volksrepublik helfen. Kuka behalte seine volle Unabhängigkeit. Midea stehe mit Anteilseignern von Kuka in Kontakt, wie dem Großaktionär Voith. Der schwäbische Industriekonzern Voith ist mit 25,1 Prozent an Kuka beteiligt. Midea hält bereits 13,5 Prozent an Kuka und hatte im Februar eine Aufstockung angekündigt.