Siemens

Siemens wird 1.700 Jobs in Deutschland streichen, insbesondere bayerische trifft das hart. - Bild: Siemens

Laut Berichten der Nachrichtenagenturen Reuters und dpa ist nur die Sparte Automatisierungs- und Antriebstechnik betroffen. Ein Konzernsprecher erklärte, dass die Arbeitsplätze ohne betriebsbedingte Kündigungen innerhalb der kommenden vier Jahre wegfallen sollen. Besonders hart trifft der Stellenabbau die vier bayerischen Standorte Nürnberg, Ruhstorf nahe Passau, Bad Neustadt/Saale sowie Erlangen.

Bereits Anfang dieses Jahres hatte der Konzern angekündigt, aus der Bergbau- und Ölindustrie in der Sparte Process Industries and Drives (PD) auf der ganzen Welt 2.500 Arbeitsplätze zu streichen - davon 2.000 in Deutschland. Als Begründung führte Siemens eine niedrige Nachfrage an. Die Kosten dafür bezifferte der Konzern auf rund 200 bis 300 Millionen Euro, die hauptsächlich im vierten Quartal anfallen sollen.

Bayerns IG-Metall-Chef Jürgen Wechsler erklärte, dass die Beschäftigten der Siemens-Antriebssparte enttäuscht seien. Immerhin habe der Konzern zugesagt, alle betroffenen Fertigungsstandorte zu erhalten. Allerdings gäbe es große Sorgen vor allem um Ruhstorf, so der Gewerkschaftsboss. Dort sollen 600 der zuletzt rund 1.200 Arbeitsplätze wegfallen. Lediglich Teile der Elektromotorenfertigung sollen erhalten bleiben. Wechsler: "Es gibt große Sorgen, ob das, was hier vereinbart ist, nach vier Jahren noch leben wird."

Der Gewerkschafter hatte Siemens aufgefordert, die Verlagerung von Arbeitsplätzen in der Produktion nach Osteuropa zu stoppen. Das hätten die Arbeitnehmervertreter auch in den Verhandlungen erreicht – jedoch nur in begrenztem Umfang. Wechsler sagt: "Siemens hält an seiner Verlagerungsstrategie fest."