Neue Siemens-Tochter Dresser stürzt tief in Verlustzone. - Bild: Siemens

Neue Siemens-Tochter Dresser stürzt tief in Verlustzone. - Bild: Siemens

Dresser Rand hat im ersten Quartal unter der Zurückhaltung seiner Kunden angesichts der gefallenen Ölpreise gelitten und deshalb einen Umsatzeinbruch um ein Viertel auf 517 Millionen US-Dollar verzeichnet. Netto stürzte Dresser Rand mit minus 24 Millionen Dollar sogar tief in die Verlustzone, nachdem das Unternehmen im Vorjahreszeitraum noch einen Gewinn von 17 Millionen Dollar erzielt hatte.

Siemens hatte den Öl- und Gasindustriezulieferer im Herbst des vergangenen Jahres für 7,6 Milliarden Dollar gekauft. Damals war das Fass Öl noch knapp 100 Dollar teuer. Kurz darauf stürzte der Ölpreis ab. Mittlerweile hat er sich zwar wieder leicht erholt, liegt mit knapp 70 Dollar je Fass aber immer noch deutlich unter dem Niveau beim Abschluss des Geschäfts.

Fallende Ölpreise beschleunigen Talfahrt

Grund für die Verluste ist aber nicht nur der schwache Ölpreis und damit die geringere Nachfrage der Ölbranche nach den Dresser-Produkten. Der Ölfeldausrüster reagiert auf die Zurückhaltung der Kunden auch mit einem Stellenabbau und einem Programm zur Reduzierung der Kosten. Dies wird im laufenden Jahr erst einmal Aufwendungen von 40 bis 50 Millionen Dollar verursachen, wie Dresser Rand in einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht schreibt. Im ersten Quartal fielen bereits 6,6 Millionen Dollar Kosten für den Stellenabbau und 11,4 Millionen Dollar an weiteren Aufwendungen an. Hinzu kamen knapp 10 Millionen für die Abwertung des Lagerbestandes.

Siemens hatte den Kauf von Dresser Rand zwar bereits im Herbst 2014 vereinbart. Die Transaktion ist jedoch noch nicht abgeschlossen, denn die Kartellwächter der Europäischen Union schauen sich die Folgen des geplanten Kaufs genauer an. Die EU leitete im Februar eine vertiefte Prüfung der Transaktion ein. Beide Unternehmen stellen Turboverdichter her sowie Motoren, die diese antreiben. Die Produkte werden als Kompressionsstränge in der Strom- und Gasverteilung eingesetzt. Speziell für die beiden Komponenten könne sich die Zahl der Anbieter verringern, befürchtet die Kommission. Eine Entscheidung wird erst im Sommer erwartet.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke