Für die Zukunft des Telefonherstellers Gigaset zeichnet sich eine einvernehmliche Lösung zwischen den zerstrittenen Eigentümern ab.

MÜNCHEN (Dow Jones/gk). Die Beteiligungsgesellschaft Arques Industries berichtete über “weit fortgeschrittene Verhandlungen” mit einem Kaufinteressenten, der auch für die frühere Gigaset-Muttergesellschaft Siemens akzeptabel sei. Die Siemens AG sei bereit, diesen Prozess konstruktiv zu begleiten, bekräftigte Arques frühere Aussagen. Voraussetzung sei, dass mit dem Verkauf eine langfristige wirtschaftliche Absicherung und strategische Ausrichtung für Gigaset gesichert werde.

Arques Industries AG und Siemens führten überdies “konstruktive Gespräche über die Beilegung der zwischen den Parteien anhängigen Schiedsverfahren und anderen Streitigkeiten”.

Siemens hatte sich im Jahr 2008 von der Produktion von Schnurlostelefonen verabschiedet, allerdings knapp 20% an Gigaset behalten, um eine erneute Pleite wie Jahre zuvor beim glücklosen Verkauf des Handygeschäfts an die taiwanische BenQ zu verhindern. Mit dem 80-Prozent-Partner Arques ist Siemens allerdings seit längerem unzufrieden.

Die Auseinandersetzung gipfelte vor wenigen Wochen in einer Strafanzeige von Siemens wegen des Verdachts der Untreue gegen den früheren Gigaset-Geschäftsführer Michael Hütten, der weiterhin als Vorstand bei Arques fungiert.

Siemens will verhindern, dass Arques mit einer Call-Option auch noch die restlichen Gigaset-Anteile zum Schnäppchenpreis von 5000 EUR übernimmt. Über einen Weiterverkauf des Telefonherstellers haben die beiden Kontrahenten trotz Strafanzeige weiter verhandelt.