Olaf Berlien

Großaktionär Siemens hat Osram-Vorstandschef Olaf Berlien das Vertrauen entzogen und stimmt gegen seine Entlastung. - Bild: Osram

Siemens-Vertreter Christian Bleiweiss beantragte, über die Entlastung der Vorstände einzeln abstimmen zu lassen. Zudem kündigte er an, Berlien die Entlastung zu verweigern. Osram-Aufsichtsratsvorsitzender Peter Bauer kündigte an, dem Antrag nachzukommen.

Siemens, noch mit 17,52 Prozent an Osram beteiligt, hatte in den vergangenen Wochen die neue Strategie des Konzerns erheblich kritisiert. Bleiweiss wiederholte die Kritik, die stärkere Konzentration auf das Geschäft mit LEDs für die Allgemeinbeleuchtung sei zu risikoreich. Zudem warf er Berlien vor, den Kapitalmarkt auf den "Strategieschwenk" mangelhaft vorbereitet zu haben.

Der Osram-Vorstand besteht neben Berlien noch aus Finanzchef Klaus Patzak, einem ehemaligen Siemens-Manager.

Berlien wurde am Nachmittag dennoch mit gut 70 Prozent der Stimmen entlastet. Das heißt, dass außer Siemens nahezu alle Aktionäre dem Vorstandschef das Vertrauen ausgesprochen haben. Aktionäre wie die Deutsche Asset Management und Aktionärsvertreter wie die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hatten angekündigt, für die Entlastung zu stimmen.