Der Stellenabbau in der angeschlagenen IT-Sparte von Siemens geht nun doch nicht ohne betriebsbedingte Kündigungen über die Bühne. Rund 190 Mitarbeitern, die nicht in die ausgegliederte neue Gesellschaft wechseln wollen, soll gekündigt werden, wie Siemens mitteilte.
MÜNCHEN (Dow Jones/gk) Zum neuen Geschäftsjahr am 1. Oktober hatte der DAX-Konzern seine verlustreiche Sparte Siemens IT Solutions and Services (SIS) in eine GmbH ausgegliedert. Siemens sprach den wechselwilligen Mitarbeitern drei Jahre Kündigungsschutz zu. Auch mit Aufhebungsverträgen und Abfindungen von bis zu 300000 Euro versuchte Siemens, die rund 2000 betroffenen deutschen Stellen des weltweit 4200 Arbeitsplätze schweren Schrumpfungsprogramms abzubauen.

Einige Mitarbeiter stemmten sich allerdings gegen Ausgliederung und Abfindung. “Rund 190 Mitarbeiter gehören daher seit Anfang Oktober nicht mehr zur Belegschaft der neuen, eigenständigen SIS und haben in der Siemens AG keine Beschäftigung mehr”, teilte der Technologiekonzern mit.

Siemens hatte noch im September öffentlichkeitswirksam eine unbefristete Vereinbarung zur Standort- und Beschäftigungssicherung für Siemens-Mitarbeiter in Deutschland verkündet. Doch für die Mitarbeiter der IT-Sparte gilt dieser Schutzschirm nicht. “Das Vorgehen bei der SIS” falle nicht unter die Vereinbarung, heißt es von Siemens.

Die Restrukturierung der IT-Sparte erklärte Finanzvorstand Joe Kaeser jüngst als “in der Hauptsache” abgeschlossen. Durch die Neupositionierung von SIS würden aber im laufenden Geschäftsjahr noch Kosten entstehen, die Kaeser auf 200 Mio bis 300 Mio Euro bezifferte.

Für SIS sieht Siemens noch immer kein Licht am Ende des Tunnels. Die IT-Sparte sei “weiterhin mit operativen Herausforderungen in einem sehr wettbewerbsintensiven Markt konfrontiert”, hieß es zur Jahrespressekonferenz.