Siemens will beim Umbau der schwächelnden Division Power and Gas "behutsamer und sozial

Siemens will beim Umbau der schwächelnden Division Power and Gas "behutsamer und sozial verträglicher als die meisten Wettbewerber" vorgehen. - Bild: Siemens

Siemens will bei der Restrukturierung der schwächelnden Division Power and Gas “behutsamer und sozial verträglicher als die meisten Wettbewerber” vorgehen.

Dies sagte der Chef des DAX-Konzerns Joe Kaeser in einem Interview mit der am Donnerstag erschienenen Mitarbeiter-Zeitung “Siemens Welt”.

Wettbewerber, so mutmaßt Kaeser, “würden vermutlich einige der Standorte schließen und deren Aktivitäten auf die verbleibenden Standorte verteilen – und so klare Verhältnisse schaffen.” Siemens setze indes auf “eine Art Solidargemeinschaft aller Beteiligten”, indem der Konzern “Strukturmaßnahme auf alle Standorte verteilt”. Kaeser nimmt bewusst in Kauf, “auf ein paar Prozente der Marge zu verzichten, die man sonst erzielen könnte”.

Ein Drittel der jüngst angekündigten Streichung von weltweit 4.500 Stellen entfallen auf den Bereich Power and Gas. In Deutschland stehen 2.200 Stellen auf dem Prüfstand, davon zwei Drittel in der betroffenen Division.

Energiewende vernichtet Arbeitsplätze in Deutschland

Grund für diese Ungleichheit sei nicht zuletzt die Energiewende, sagte Kaeser bei Vorlage des Halbjahresberichts Anfang des Monats. Sie gefährde (heißt nicht: vernichte) bei Siemens eine fünfstellige Zahl von Arbeitsplätzen in Deutschland. “In Deutschland haben wir keine einzige Gasturbine verkauft und in Europa nur ein paar”, so Kaeser jüngst. Arbeitsplätze entstehen derweil in Ländern, in denen sich der Industriekonzern entsprechende Aufträge sichern kann.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke