SGL Carbon

SGL Carbon, der die Anleger zuletzt mit einer Gewinnwarnung im Geschäft mit Graphitelektroden schockierte, hat solide Konzernzahlen für die ersten neun Monate vorgelegt. - Bild: SGL Carbon

Das SDAX-Unternehmen profitierte dabei von Sparmaßnahmen, wodurch es das Betriebsergebnis zurück in die schwarzen Zahlen schaffte. Für einen Nettogewinn reichte es jedoch nicht.

SGL hatte am Dienstagabend wegen einer erneuten Verschlechterung in der Stahlindustrie seine Prognose für den Geschäftsbereich Performance Products (PP) gesenkt. Durch die Abschwächung würden Kunden ihre Graphitelektrodenbestellungen für das vierte Quartal 2015 reduzieren oder auf Folgequartale verschieben, hieß es. Den Ausblick auf das um Sondereinflüsse bereinigte operative Konzernergebnis im laufenden Jahr bestätigte SGL zwar, warnte aber aus heutiger Sicht vor einem signifikanten Rückgang 2016. Die SGL-Aktie war am Mittwoch um 12 Prozent eingebrochen. Am Donnerstagmorgen handelte sie im kurz nach Eröffnung ein halbes Prozent leichter.

In den zurückliegenden neun Monaten steigerte SGL das EBIT vor Sondereinflüssen auf 29 Millionen von 3 Millionen im Vorjahr. Inklusive Sondereffekte schrieb SGL einen Betriebsgewinn von 21,1 Millionen Euro nach einem Verlust von 21,4 Millionen im Vorjahr. Der Konzern hat in den neun Monaten 34 Millionen Euro eingespart, womit sich die Kosteneinsparungen seit Beginn des Programms Mitte 2014 auf 191 Millionen Euro summierten. Der Konzernumsatz blieb mit 988 Millionen Euro nahezu stabil, wäre bereinigt um Wechselkurseffekte aber um 7 Prozent gesunken.

Im Bereich PP sank der Umsatz um 5 Prozent auf 406,3 Millionen Euro. Das Segment Graphite Materials & Systems wies mit 340 Millionen Euro einen nahezu stabilen Umsatz aus, während die Erlöse von Carbon Fibers & Materials deutlich um 10 Prozent auf 235,4 Millionen Euro zulegten.

Den Konzernverlust weitete SGL auf 105,6 Millionen von 91,5 Millionen Euro im Vorjahr aus. Ursächlich dafür war vor allem das Ergebnis aus jenen Aktivitäten, die SGL nicht fortführt. Wegen des negativen Verkaufspreises des Geschäfts mit Flugzeugstrukturbauteilen musste SGL Wertberichtigungen vornehmen. Die nicht fortgeführten Aktivitäten fuhren somit einen Verlust von 77,6 Millionen Euro ein, drei Mal so viel wie im Vorjahr. Der Verkauf wird sich wohl noch bis Mitte Dezember hinziehen, teilte SGL mit.

2015 wird sich das bereinigte operative Ergebnis nach Einschätzung des Vorstands voraussichtlich deutlich verbessern, während der Umsatz stabil bleiben wird.