SLM Solutions

Grund für die Umsatz- und Gewinnwarnung bei SLM Solutions ist eine Verzögerung in der Auslieferung von 20 Maschinen an einen asiatischen Kunden. - Bild: SLM Solutions

Für 2018 erwarte der Konzern nun einen Umsatz im Bereich zwischen 90 und 100 Millionen Euro, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend in Lübeck mit. Zuvor war ein Umsatz von 115 bis 125 Millionen Euro angepeilt. Auch bei der operativen Marge ist der Konzern vorsichtiger. Vorstandssprecher und Finanzchef Uwe Bögershausen kündigte seinen Abschied an. Die Aktie fiel nach dem Handelsstart am Freitag um 16 Prozent auf ein Rekordtief.

Die Marge des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll bei den Lübeckern 2018 nur noch im einstelligen Prozentbereich statt wie zuvor angekündigt zwischen 11 und 13 Prozent liegen. Grund für die Umsatz- und Gewinnwarnung sei eine Verzögerung in der Auslieferung von 20 Maschinen an einen asiatischen Kunden. Eine für die Fertigung von Referenzbauteilen benötigte Maschine sei vom Kunden beschädigt worden, weshalb die Anlage keine Bauteile mehr herstellen könne. Die Verzögerung werde sich bis in das Jahr 2019 hinziehen.

Vorstandssprecher Bögershausen verlängert Vertrag nicht

Vorstandssprecher und Finanzchef Bögershausen zieht nun Konsequenzen. Er werde seinen Vertrag aus persönlichen Gründen nicht über Juni 2019 hinaus verlängern, hieß es. Der Aufsichtsrat will zeitnah Gespräche aufnehmen, um einen neuen Vorstandschef für das Unternehmen zu finden. Commerzbank-Analyst Adrian Pehl hält nun eine Überprüfung der Strategie des Konzerns für notwendig, zudem stehe die Verlässlichkeit der Kundenbeziehungen infrage.

SLM erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 82,5 Millionen Euro und machte unter dem Strich 3,7 Millionen Euro Verlust. Der Ex-TecDax-Konzern schied im September aus dem Index aus. Die größten Anteile am Unternehmen hält der Hedgefonds Elliott von US-Investor Paul Singer mit 18,9 Prozent. Singer war im Rahmen eines Übernahmeversuchs durch den US-Konzern General Electric bei dem Unternehmen eingestiegen, das Hickhack um den letztlich gescheiterten Verkauf hatte das Unternehmen in der Folge stark belastet. Aufsichtsratschef Hans-Joachim Ihde hält 16,8 Prozent an SLM.