Autonomes Fahren

Funkortung für automatisiertes Fahren in einem EU-Forschungsprojekt: Heute forscht das Zigpos-Ingenieurteam mit internationalen Partnern in EU-Projekten. Von der Gebäudeautomation bis zum autonomen Fahren werden hochgenaue Positions- und Sensordaten für smarte Objekte der IoT-Welt generiert. - Bild: Zigpos

Ziel der Ausgründung war es, eine solide Firma am Standort Dresden zu etablieren, welche sich um die Weiterentwicklung interessanter Technologien rund um die Lokalisierung durch Funksignale beschäftigt. „Unser Unternehmen soll ein Anreiz für Absolventen der Hochschulen und Universitäten die Möglichkeit geben, ihre Erfahrungen und das Gelernte praktisch einzubringen“, beschreibt Erik Mademann, Geschäftsführer von Zigpos, das Spin-off der HTW.

Mit sensorbasierter Positionsbestimmung auf den Weltmarkt

Die Gründerschmiede der HTW bietet für Absolventen und Studenten eine sehr gute Möglichkeit, den Weg in die Selbstständigkeit zu wagen und viel Unterstützung am Anfang zu erhalten. „Neben Gründertreffen und interessanten Weiterbildungen erhält man die Möglichkeit, offene Fragen auch mit ehemaligen Gründern diskutieren zu können. Heute sehen wir uns als Ehemalige und freuen uns, wenn wir die Gründerschmiede bei manchen Sachen unterstützen können“, so Mademann.

Heute forscht das Zigpos-Ingenieurteam mit internationalen Partnern in EU-Projekten. Von der Gebäudeautomation bis zum autonomen Fahren werden hochgenaue Positions- und Sensordaten für smarte Objekte der IoT-Welt generiert. Die Zigpos-Entwickler-Mannschaft designt Hardware, Software und schlüsselfertige Sensor-Netzwerke. „Globale Kunden schätzen unser agiles Engineering. Heute setzen namhafte Integratoren weltweit auf Zigpos-Technologie“, sagt Erik Mademann, Geschäftsführer von Zigpos. „Leidenschaftlich beschleunigen wir Markteinführungen entscheidend.“

Sensorbasierte Positionsbestimmung mit Genauigkeit von 5 cm

Zigpos beschäftigt sich mit der Realisierung von Positionsbestimmungssystemen für den Innen- und Außenbereich. Das Echtzeit Lokalisierungs-System von Zigpos ist ein drahtloses Sensor-Netzwerk, welches hoch genaue ortsbasierte Anwendungen in GPS unzugänglichen Bereichen ermöglicht. Das Funk-Ortungssystem besteht aus mobilen und festen Sensor-Geräten. Mini-PCs steuern das Netzwerk und stellen sowohl Anwendungen als auch Schnittstellen zentral zur Verfügung.

Durch einzelne Funkmodule (Fixpunkte), die im Abstand von bis zu 100 m aufgestellt werden können, grenzt der Anwender dreidimensionale Räume ab. Die Positionsbestimmung erfolgt durch Kommunikation mit einem variablen Messpunkt, der beliebig im abgegrenzten Raum bewegt werden kann. Das Auslesen und die Übertragung der Daten erfolgt mittels drahtloser Sensornetzwerke. Sensorbasierte Positionsbestimmungssysteme erreichen bislang eine Genauigkeit von lediglich 1 bis 2 m. Zigpos stellt sich der Herausforderung eine Genauigkeit von 5 cm zu erreichen.

Auch Siemens nutzt die Zigpos-Technologie

Die Anwendung ist denkbar einfach. Nachdem sich der Browser mit dem Gateway verbunden hat, lässt sich alles Wichtige identifizieren, orten und nachverfolgen. Es ist weder ein Programm noch eine App zu installieren. „So wird praktisch jedes mobile Endgerät zum individuellen Management-Cockpit“, sagt Mademann.

Karten werden als Hintergrundbilder geladen und skaliert. Anker lassen sich per Drag & Drop platzieren. Smart Badges werden realen Objekten beispielsweise über Namen, Auftragsnummer, Bild oder optische Codes zugeordnet. „Ganze Flotten und riesige Bestände können so kategorisiert und verwaltet werden“, so Mademann weiter. „Frei definierbare virtuelle Bereiche machen Engpässe sofort sichtbar. Durchlaufzeiten können bis auf Einzelteilebene analysiert werden.“

Zukünftig soll neben der reinen Positionsbestimmung auch die Verfolgung (Tracking) von Gegenständen und Personen innerhalb dreidimensionaler Räume möglich sein. Aktuell wurde ein Produkt entwickelt, dass auch für die Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsmessung eingesetzt werden kann.

Der Einsatz ist beispielsweise in historischen Gebäuden möglich, da hier das Raumklima eine entscheidende Rolle für den Erhalt der Bausubstanz spielt. Je nach Kundenwunsch können die Sensoren zusätzlich mit weiteren Funktionen ausgestattet werden, wie etwa mit Aktoren für die automatische Frischluftzufuhr.

Die Kunden von Zigpos kommen aber hauptsächlich aus dem Industriebereich mit Intralogistik, Produktion und Halbleiterfertigung. „Im Fertigungsumfeld nutzt beispielsweise Siemens unser System zur Nachverfolgung im Shopfloor“, berichtet CEO Mademann. Auch Foxconn als einer der weltweit größten Hersteller von Elektronikprodukten setze auf Zigpos-Technologie zur Umsetzung interner und externer Anwendungen im Bereich des Fertigungsumfeldes.

„Im Fertigungsumfeld nutzt beispielsweise Siemens unser System zur Nachverfolgung im Shopfloor. Auch Foxconn als einer der weltweit größten Hersteller von Elektronikprodukten setze auf Zigpos-Technologie zur Umsetzung interner und externer Anwendungen im Bereich des Fertigungsumfeldes.“

Erik Mademann, Geschäftsführer von Zigpos

 

Mit F&E direkt zu neuen Produkten – Asien im Fokus

Die Entwicklung in Forschungsprojekten gibt Zigpos die Möglichkeit, sehr viele Innovationen zu testen und weiter zu entwickeln - und bei Erfolg direkt in neue Produkte einfließen zu lassen. Die Mitarbeit in solchen Projekten erfolgt durch die gleichen Ingenieure, die sich auch um die Produkte kümmern, so dass das Gelernte auch indirekt schon in die Produkte eingeht.

„Bei Neuerungen und erfolgreichen Projekten werden die Ergebnisse innerhalb unserer Roadmap direkt mit in die Produkte integriert, um weiter an neuen Innovationen forschen zu können“, beschreibt Mademann das Vorgehen. Gerade der Smart Hub in Dresden biete einen idealen Weg zur Vernetzung von Innovationen zwischen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Hochschulen. „Dresden punktet mit einer sehr guten Infrastruktur vor allem im Bereich der Mikroelektronik und stellt somit einen Anziehungspunkt für Unternehmen, Absolventen und Fachkräften dar“, so Mademann weiter.

Für die Zukunft möchte die Zigpos-Mannschaft die Standardisierung von Lokalisierungsdiensten mitgestalten, um die technologische Weiterentwicklung und Nutzung voran zu treiben. Das Unternehmen wird nach eigener Einschätzung in den nächsten Jahren weiter wachsen und seine Produkte neben Europa verstärkt in Asien und Amerika weiter vertreiben.

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