Solarworld-Standort im sächsischen Freiberg: Am 5. August will der größte deutsche

Solarworld-Standort im sächsischen Freiberg: Am 5. August will der größte deutsche Solarhersteller auf einer abermaligen Gläubigerversammlung einen neuen Anlauf zu seiner Rettung unternehmen (Bild: Solarworld).

(Dow Jones/ks). Für eine Abstimmung wäre ein Quorum von 50% erforderlich gewesen. Dieses wurde am Montag nach Angaben von Solarworld nicht erreicht. Die Versammlung war somit nicht beschlussfähig.

Einen neuen Anlauf nimmt der größte deutsche Solarhersteller am 5. August. Bei der erneuten Gläubigerversammlung müssen dann nur noch 25% der ausstehenden Schuldverschreibungen anwesend sein. Die Beschlüsse bedürfen einer Zustimmungsquote von 75%. Die Vorzeichen für den neuen Anlauf stehen offenbar gar nicht schlecht. Viele institutionelle Anleger, die an der heutigen Versammlung nicht teilgenommen haben, kündigten an, dass sie bei der nachfolgenden Versammlung ihre Stimmen abgeben werden, teilte Solarworld mit.

Vorstandsvorsitzender Frank Asbeck gab sich denn auch zuversichtlich: “Ich bin fest überzeugt, dass wir am 5. August das notwendige Quorum und die Zustimmung der Anleihegläubiger zu unserem Restrukturierungskonzept bekommen.” Die Anleihegläubiger würden sich nach dem vorgeschlagenen Plan besser stellen als im Falle eines Scheiterns der Solarworld AG, versuchte Asbeck seinen Plan den Gläubigern einmal mehr schmackhaft zu machen.

Dem Rettungsplan müssen neben den Inhabern von zwei Unternehmensanleihen auch die Altaktionäre zustimmen. Die entscheidende außerordentliche Hauptversammlung ist für den 7. August geplant. Der Rettungsplan sieht vor, dass Asbeck und die Qatar Solar zusammen rund 46 Mio Euro in die Zukunft von Solarworld investieren. Die Gläubiger sollen etwa 55% ihrer Forderungen gegen neue Aktien tauschen. Den Altaktionären blieben nach dem Plan künftig nur noch 5% an Solarworld.

Das Unternehmen war Mitte Juni nach eigenen Angaben mit rund 930 Mio Euro verschuldet. Rund 526 Mio Euro stammen aus Anleihen, etwa 352 Mio Euro aus Schuldscheinen. Rund 50 Mio Euro hat die Europäische Investitionsbank beigesteuert.

Beschlossen wurde von den Besitzern der “Anleihe 2011/2016″ am Montag, dass ihre Interessen künftig von Rechtsanwalt Alexander Elsmann vertreten werden sollen. Für die Bestellung des gemeinsamen Vertreters war kein Quorum erforderlich, da am Montag die zweite Gläubigerversammlung dazu stattfand. Der vorgeschlagene Beschluss bedurfte nur der einfachen Mehrheit. Auf der Versammlung waren 19,95% des ausstehenden Anleihekapitals präsent. Dem Beschluss stimmten nach Angaben der Gesellschaft rund 99,51% zu. Nun müssen noch die Inhaber einer weiteren Anleihe des TecDax-Konzerns am Dienstag über das weitere Vorgehen entscheiden. Auch hier hatte es schon eine Gläubigerversammlung gegeben.