Solarworld Prozess Verfahren Hemlock

Im Prozess Solarworld gegen Hemlock gibt sich das deutsche Unternehmen optimistisch. - Bild: Solarworld.

Ich bin ... zuversichtlich, dass wir uns mit Hemlock gütlich einigen werden, so wie es mit allen anderen Siliziumherstellern gelungen ist", schrieb Konzernchef Frank Asbeck den Aktionären im Zwischenbericht.

Ein US-Richter hatte Solarworld Ende Juli dazu verurteilt, wegen nicht eingehaltener Abnahmeverpflichtungen mindestens 793 Millionen US-Dollar an den Siliziumlieferanten Hemlock zu zahlen.

Die Summe übersteigt Solarworlds Finanzkennzahlen bei Weitem: Der Konzern hatte Ende Juni rund 148 Millionen Euro flüssige Mittel in der Kasse. An der Börse ist das Unternehmen derzeit nur knapp 78 Millionen Euro wert.

Asbeck hatte schon angekündigt, dass er das Urteil in den USA anfechten will. Der Solarworld-Chef hält die Entscheidung in Deutschland für nicht durchsetzbar - etwa weil der Vertrag mit Hemlock gegen das europäische Kartellrecht verstoße.

Solarworld AFrank Asbeck Prozess
Solarworld-Konzernchef Frank Asbeck. - Bild: Solarworld

"Das im Juli ergangene erstinstanzliche Urteil in den USA hat ... an unserer Einschätzung nichts geändert: Hemlock wird seine Forderungen gegen unsere Tochtergesellschaft Solarworld Industries Sachsen nicht durchsetzen können", schrieb Asbeck im Zwischenbericht.

Nach Einschätzung von Juristen ist dies nicht offensichtlich. Solarworlds Behauptung sei "nicht nachvollziehbar", schrieb etwa die Kanzlei White & Case in einem Gutachten, das der Corporate-Governance-Experte Christian Strenger in Auftrag gegeben hatte.