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Solarworld - hier Chef Frank Asbeck - beurteilt seine eigene Risikolage als "sehr hoch". - Bild: Solarworld

Der Vorstand gehe jedoch "aus heutiger Sicht" vom Fortbestand des Konzerns aus. Im Zweitquartalsbericht hatte Solarworld die Risikolage nur als "hoch" beschrieben.

Die Risikolage habe sich verschärft, "weil der Preis- und Wettbewerbsdruck ausgelöst von unerwartet hohen Überkapazitäten im Verlauf des 3. Quartals 2016 deutlich gestiegen ist", heißt es im jüngsten Bericht weiter. "Die Ursachen sind klar im chinesischen Binnenmarkt auszumachen", schrieb Konzernchef Frank Asbeck den Aktionären. Nachdem China sein Installationsziel für das Gesamtjahr schon im ersten Halbjahr erreicht habe, hätten die dortigen Hersteller verstärkt Waren zu Dumpingpreisen exportiert.

Solarworld schrieb im dritten Quartal vor Zinsen und Steuern (EBIT) einen Verlust von 24,5 Millionen Euro, unter dem Strich stand ein Minus von 38,8 Millionen Euro. Ende Oktober hatte der Konzern seine Prognose für das Gesamtjahr gekappt. Solarworld rechnet nicht mehr damit, das Umsatz- und Ergebnisziel zu erreichen. Der Konzern hatte zuvor Erlöse von bis zu 1 Milliarde Euro in Aussicht gestellt. Das operative Ergebnis sollte im besten Fall 10 Millionen Euro erreichen, im schlimmsten Fall sollte ein Verlust von 10 Millionen Euro anfallen.

Bedrohlich ist für Solarworld ein Urteil aus den USA: Ein US-Richter hatte im Juli entschieden, dass der Konzern wegen nicht eingehaltener Abnahmeverpflichtungen mindestens 793 Millionen US-Dollar an den Siliziumlieferanten Hemlock zahlen muss. Solarworld legte gegen das Urteil Berufung ein. Der Konzern gehe weiter davon aus, dass das Urteil in Deutschland nicht durchsetzbar sei, heißt es im Zwischenbericht. Die Risikoeinschätzung im Zusammenhang mit dem Verfahren habe sich nicht geändert.

Wird das Urteil aus den USA in Deutschland vollstreckt, könnte dies zur Insolvenz von Solarworld führen. Die Summe von rund 800 Millionen Dollar kann der Konzern wohl nicht aufbringen: Solarworld hatte Ende September nur knapp 84 Millionen Euro flüssige Mittel in der Kasse.