Solarworld

Es wird einsam um den einstigen Börsenliebling, Solarworld-CEO Frank Asbeck. - Bild: Solarworld

Der Vorstand von Solarworld hat bis auf CEO Frank Asbeck geschlossen seinen Rücktritt erklärt. Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Solarworld AG durch das Amtsgericht Bonn hat Finanzchef Philipp Koecke erklärt, sein Vorstandsmandat sofort und fristlos niederzulegen, wie Solarworld mitteilte. Auch die Vorstände Frank Henn, Colette Rückert-Hennen sowie Jürgen Stein haben ihren Rücktritt ab dem Eintrag des Ausscheidens ins Handelsregister erklärt.

Aktie vom Handel ausgesetzt

Die Meldung schlug ein, kurz nachdem die Aktie am Dienstag vorübergehend vom Handel ausgesetzt worden war.

Kostete die Aktie vor der Aussetzung noch 1,55 Euro, entsprechend einem Minus von gut 5 Prozent zum Vortag, stürzte der Kurs nach Wiederaufnahme des Handels um über 40 Prozent ab auf rund 95 Cent. Die beiden Solarworld-Inhaberschuldverschreibungen wurden zuletzt vor der Ad-hoc-Meldung mit 57,55 bzw 59,51 Prozent des Nennwerts gehandelt.

Horst Piepenburg, der zum Insolvenzverwalter für Solarworld und die Tochtergesellschaften Solarworld Industries Sachsen GmbH, Solarworld Industries Thüringen GmbH, Solarworld Innovations GmbH und Solarworld Industries Deutschland GmbH bestellt wurde, nimmt den Anlegern unterdessen die letzte Hoffnung, dass noch Geld zu holen ist.

Nach derzeitigem Informationsstand sei es ausgeschlossen, dass die Aktionäre der Solarworld AG aus etwaigen Verwertungserlösen noch Ausschüttungen erhalten, heißt es in der Mitteilung. Die laufende Invstorensuche, insbesondere für die Produktionsstandorte, habe keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens.

Übernahmeangebot von Prisma

Inzwischen hat die holländische Unternehmensgruppe Prisma Systems hat für Solarworld ein Übernahmeangebot vorgelegt. "Für den Fall einer Übernahme von Solarworld sehen wir die Möglichkeit, einen Großteil der 1.850 Arbeitsplätze zu erhalten", erklärte Geschäftsführer Thomas Bornstein. Insolvenzverwalter Heinz Piepenburg hatte vor knapp einer Woche mitgeteilt, er verhandele mit einem Erwerber, dessen Konzept die Übernahme von 450 Mitarbeitern sowie eine Transfergesellschaft für rund 1.200 Beschäftigte vorsehe.

Bornstein erklärte weiter, Voraussetzung für eine Übernahme des Unternehmens sei eine Neustrukturierung mit einer stärkeren Ausrichtung der Produktion auf den internationalen Markt. "Fehlentscheidungen wie die Beschränkung auf die Herstellung von monokristallinen Modulen müssen korrigiert werden", sagte er.