Heinrich Hiesinger: "Der Kurs stimmt. Die Ergebnisentwicklung im Quartal zeigt, dass wir mit dem

Heinrich Hiesinger: "Der Kurs stimmt. Die Ergebnisentwicklung im Quartal zeigt, dass wir mit dem Konzernumbau auf dem richtigen Weg sind." - Vild: ThyssenKrupp

ThyssenKrupp kommt auf dem Weg aus der Krise weiter voran: Der Stahl- und Technologiekonzern hat im ersten Quartal einen Nettogewinn erzielt und sein operatives Ergebnis gesteigert.

Grund dafür war vor allem ein hartes Sparprogramm. Vor diesem Hintergrund bestätigte das Unternehmen die Prognose für das laufende Geschäftsjahr.

Unter dem Strich verdiente ThyssenKrupp im Zeitraum von Oktober bis Dezember 50 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal war im Gesamtkonzern noch ein Verlust von 65 Millionen Euro angefallen. Das Nettoergebnis der fortgeführten Aktivitäten verbesserte sich auf 54 Millionen Euro, nach einem Minus von 252 Millionen Euro im Vorjahr. Damit blieb der Konzern leicht hinter den Erwartungen zurück: Analysten hatten im Schnitt mit einem Nettogewinn der fortgeführten Geschäfte von 63 Millionen Euro gerechnet.

Der Umsatz stieg um elf Prozent auf rund 10 Milliarden Euro. Auch im laufenden Geschäft erzielte ThyssenKrupp in fast allen Sparten Verbesserungen. Konzernweit stieg das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (bereinigtes EBIT) auf 317 Millionen Euro, nach 245 Millionen Euro vor Jahresfrist. Die Vorjahreszahlen hat der Konzern unter anderem aufgrund von Definitionsänderungen beim EBIT rückwirkend angepasst.

ThyssenKrupp-Chef Hiesinger sieht Konzern “auf Kurs”

“Der Kurs stimmt. Die Ergebnisentwicklung im Quartal zeigt, dass wir mit dem Konzernumbau auf dem richtigen Weg sind”, zitierte ThyssenKrupp seinen Vorstandschef Heinrich Hiesinger. Angesichts eines unsicheren konjunkturellen Umfelds und der hohen geopolitischen Risiken müsse sich der Konzern weiter auf “die Dinge konzentrieren, die wir selbst beeinflussen können”.

Besonders große Fortschritte machte ThyssenKrupp in der europäischen Stahlsparte: Der Konzernteil steigerte sein bereinigtes EBIT von 18 Millionen auf 79 Millionen Euro. Außer einem Sparprogramm zahlten sich dort gesunkene Rohstoffkosten aus. Günstigere Rohstoffe waren auch ein Grund dafür, dass die amerikanische Stahlsparte ein ausgeglichenes Ergebnis erwirtschafte. Im Vorjahresquartal hatte das bereinigte EBIT des Konzernteils noch bei minus 19 Millionen Euro gelegen.

In der Werkstoffhandelssparte verschlechterte sich hingegen das Ergebnis: Das bereinigte EBIT sank hier von 34 auf 2 Millionen Euro. Ein wesentlicher Grund dafür war ein Streik bei AST in Italien. Die Edelstahltöchter AST und VDM bereiten dem Konzern weiterhin Probleme. ThyssenKrupp hatte die beiden Unternehmen vom finnischen Metallkonzern Outokumpu zurückgekauft, nachdem Outokumpu in finanzielle Schwierigkeiten geraten war. ThyssenKrupp will sie wieder veräußern.

Umsatzwachstum im einstelligen Bereich

Für das laufende Jahr erwartet ThyssenKrupp weitere Verbesserungen. Der Umsatz soll im einstelligen Prozentbereich wachsen. Der Konzern strebt ein bereinigtes EBIT in Höhe von mindestens 1,5 Milliarden Euro an, nach 1,3 Milliarden Euro im Vorjahr. Bis auf die amerikanische Stahlsparte sollen dabei alle Konzernteile deutlich positive Beiträge verbuchen. Bei Steel Americas erwartet ThyssenKrupp aufgrund von operativen Fortschritten eine deutliche Verbesserung “in Richtung eines ausgeglichenen EBIT”, nach einem Minus von 60 Millionen Euro im vergangenen Geschäftsjahr. Auch beim Jahresüberschuss will der Konzern eine deutliche Steigerung erreichen. Zudem soll der freie Cashflow vor Desinvestitionen mindestens ausgeglichen sein.

Von diesem Ziel war ThyssenKrupp im ersten Quartal noch deutlich entfernt: Der Mittelzufluss vor Desinvestitionen lag im ersten Quartal mit minus 651 Millionen unter dem Vorjahreswert von minus 209 Millionen Euro. Gründe dafür waren unter anderem der Streik in Italien und Großaufträge im Werkstoffhandel. Die Schulden des Konzerns stiegen daher im ersten Quartal um 535 Millionen auf 4,2 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sanken sie aber um 390 Millionen Euro.

Im vergangenen Geschäftsjahr hatte ThyssenKrupp erstmals nach drei Jahren mit Milliardenverlusten wieder einen Nettogewinn erwirtschaftet. Die Aktionäre werden daran mit einer Dividende von 11 Cent je Aktie beteiligt.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke