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Der LKW-Zulieferer SAF Holland ist Gegenstand von Übernahmegerüchten an der Börse. - Bild: SAF Holland

Erst kürzlich hatte Knorr-Bremse den schwedischen Zulieferer Haldex übernommen, an dem ursprünglich auch SAF Interesse hatte. Zwar kam SAF nicht zum Zug, aber das Unternehmen hat unter anderem aufgrund der positiven Aktienkursentwicklung und des Verkaufs seiner Haldex-Aktien trotzdem gut an der Übernahme verdient.

Laut SAF-CEO Detlef Borghardt hat das Unternehmen 300 Millionen Euro an Cash in den Büchern. Eigentlich soll das Geld für Übernahmen ausgegeben werden, könnte allerdings auch als Kaufanreiz von einem dritten, wie Knorr Bremse, interpretiert werden.

Wie Knorr-CEO Klaus Deller jetzt ausdrücklich bestätigte, ist Knorr immer noch nicht fertig mit dem Aus- beziehungsweise Umbau des Unternehmens. Weitere Zukäufe in der Größenordnung wie Haldex sollte es geben.


Gerüchten zufolge beschäftigt man sich besonders mit SAF. Denn: Die Verbindung der Bremstechnologie von Haldex mit den Achsen- und Federungssystemen von SAF Holland würde einen Weltmarktführer bei Fahrwerkskomponenten für Nutzfahrzeuge entstehen lassen. Diese Synergien kann der neue Haldex-Eigentümer aber nur heben, wenn er auch für SAF bietet. Das schrieb in dieser Woche die Bernecker Verlagsgesellschaft in ihrem wöchentlich erscheinden "Aktionärsbrief".

Analyst: SAF-Kauf strategisch sinnvoll

Der Equinet-Analyst Tim Schuldt stuft einen möglichen Zusammenschluss von Knorr Bremse und SAF-Holland jedenfalls als strategisch sinnvoll ein, denn SAF sei bereits Kunde von Knorr. Auch finanziell sollte der Deal für Knorr zu stemmen sein. "Knorr Bremse hat die finanzielle Feuerkraft, den Deal zu finanzieren", so Schuldt.

Interessant ist für den Analysten, dass der Eigentümer von Knorr, Heinz Hermann Thiele, den Aufsichtsratsvorsitz bei Vossloh aufgegeben habe. Thiele besitze 45 Prozent an dem Verkehrstechnikkonzern, die Beteiligung sei momentan rund 350 Millionen Euro wert. Dieser Schritt könne dahingehend interpretiert werden, dass er sich von der Beteiligung trenne.

Haldex-Übernahme: Das ist bisher passiert

  • Haldex ZF Friedrichshafen SAF Holland Knorr-Bremse

    Objekt der Begierde: Der schwedische Fahrzeugzulieferer Haldex ist zum heißen Übernahmeziel avenciert. 2015 beschäftigte die Haldex-Gruppe ca. 2.100 Mitarbeiter und erwirtschaftete Umsätze von 511 Millionen Euro. - Bild: Haldex

  • Haldex ZF Friedrichshafen SAF Holland Knorr-Bremse

    Die Schweden produzieren Brems-, Hydraulik-, Antriebssysteme sowie Federstahldrähte für zahlreiche Fahrzeughersteller. Zu den Kunden zählen Hersteller von schweren Lkws, Bussen, Trailern und Achssystemen für diese Fahrzeugtypen sowie Werkstätten, die den Aftermarkt bedienen. - Bild: Haldex

  • Haldex ZF Friedrichshafen SAF Holland Knorr-Bremse

    Am 14. Juli 2016 verkündete der LKW- und Trailerzulieferer SAF-Holland seine Übernahmepläne für Haldex und startete am 1. August offiziell die Offerte. Haldex bezeichnete das Angebot aber als "unerwünscht". SAF-Holland offerierte je Haldex-Aktie 94,42 schwedische Kronen (rund 10,02 Euro) in bar, womit das Unternehmen insgesamt mit umgerechnet 442,1 Millionen Euro bewertet wurde. - Bild: SAF Holland

  • Haldex ZF Friedrichshafen SAF Holland Knorr-Bremse

    Bereits am 04. August 2016 stieg ZF Friedrichshafen ein und legte ein Gegenangebot für Haldex vor. Statt den von SAF angebotenen 94,42 schwedischen Kronen, wollte ZF die Haldex-Aktionäre mit einem Angebot von den Aktionären 100 schwedischen Kronen je Aktie in bar locken. - Bild: ZF Friedrichshafen

  • Haldex ZF Friedrichshafen SAF Holland Knorr-Bremse

    Freude bei ZF-Chef Stefan Sommer: Die Luxemburgische SAF Holland erklärt, die Offerte für Haldex nixht erhöhen zu wollen und zieht am 25. August sein Barangebot für die Schweden zurück. Inzwischen hatte sich auch das Board of Directors von Haldex einstimmig für eine Empfehlung des ZF-Angebots ausgesprochen. - Bild: ZF Friedrichshafen

  • Haldex ZF Friedrichshafen SAF Holland Knorr-Bremse

    Am 05. September 2016 geht der Bieterwettkampf um Haldex allerdings in eine neue Runde: Der Münchener Bremssystem-Spezialist hat nun ebenfalls Interesse an den Schweden und überbietet ZF Friedrichshafen mit einer Offerte von 110 Schwedischen Kronen je Haldex-Aktie oder insgesamt 4,86 Milliarden Kronen (rund 508 Millionen Euro). Nur neun Tage später zog ZF nach und erhöhte das eigene Angebot ebenfalls auf 110 Schwedische Kronen je Haldex-Papier. - Bild: Knorr-Bremse

  • Haldex ZF Friedrichshafen SAF Holland Knorr-Bremse

    Übernahme für ZF so gut wie verpackt: Am 15. September bekommen die Friedrichshafener grünes Licht von sämtlichen beteiligten nationalen Kartellbehörden. Wie der Konzern weiter mitteilte, kontrollierte er zu diesem Zeitpunkt einen Gesamtanteil von 21,24 Prozent an Haldex. - Bild: Haldex

  • Deller Haldex ZF Friedrichshafen SAF Holland Knorr-Bremse

    Da fährt Knorr-Bremse-Chef Klaus Deller ZF ein zweites Mal in die Parade und stockt das Angebot für Haldex auf satte 125 Schwedische Kronen auf. Das war deutlich mehr als Konkurrent ZF Friedrichshafen mit dem Angebot von 110 Kronen. ZF erhöhte daraufhin auf 120 Schwedische Kronen und bleib somit unter dem Knorr-Bremse-Gebot.- Bild: Knorr-Bremse

  • Haldex ZF Friedrichshafen SAF Holland Knorr-Bremse

    Dennoch empfiehlt Haldex weiterhin die Offerte von ZF Friedrichshafen. "Wir empfehlen unseren Aktionären nach wie vor das Angebot von ZF anzunehmen", welches man als "freundlich" ansehe, sagte Haldex-Vorstandschef Bo Annvik am 21. September auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover. Knorr-Bremse reagierte mit scharfer Kritik: Das Haldex-Management handle nicht im Interesse der Aktionäre, sondern führe die Anleger in die Irre, hieß es einen Tag später aus München. - Bild: Haldex

  • Haldex ZF Friedrichshafen SAF Holland Knorr-Bremse

    Am 28. September verkündete ZF Friedrichshafen, seine Offerte weder weiter aufstocken noch die Annahmefrist verlängern zu wollen. "Wenn wir raus sind, sind wir raus", unterstrich Sommer. Die Übernahmepläne für Haldex würden definitiv zu den Akten gelegt, wenn nicht bis zum Ende der Annahmefrist am darauf folgenden Montag 50 Prozent plus eine Aktie an dem schwedischen Nutzfahrzeuglieferanten angedient worden seien. - Bild: ZF Friedrichshafen

  • Haldex ZF Friedrichshafen SAF Holland Knorr-Bremse

    Am 05. Oktober 2016 ist ZF dann offiziell raus: Die Annahmequote von 50 Prozent wurde verfehlt. "ZF nimmt zur Kenntnis, dass die Aktionäre von Haldex sich dazu entschieden haben, das empfohlene Angebot nicht anzunehmen", erklärte das Unternehmen. "Das Ziel von ZF, am weiteren Erfolg von Haldex beteiligt zu sein, bleibt unberührt." Mit einem Anteil von 21,67 Prozent des gesamten Aktien- und Stimmrechtskapitals ist ZF aktuell der größte Aktionär von Haldex. - Bild: Knorr-Bremse

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    Angesichts des Scheiterns von ZF Friedrichshafen äußerte sich der Kontrahent zuversichtlich. "Die Tatsache, dass die Mehrheit der Aktionäre ihre Aktien ZF nicht angedient hat, bestätigt, dass wir das bessere Angebot gemacht haben", teilte Knorr-Bremse unmittelbar mit. Aktionäre können bis zum 5. Dezember ihre Aktien Knorr-Bremse andienen. "Mit Blick auf die kartellrechtliche Prüfung sind wir unverändert zuversichtlich, alle erforderlichen Kartellfreigaben zu erhalten." - Bild: Knorr-Bremse

  • Haldex ZF Friedrichshafen SAF Holland Knorr-Bremse

    18. Oktober 2016: Haldex muss sich einen neuen Chef suchen. Bo Annvik teilte nach vier Jahren an der Spitze mit, dass er Haldex verlassen werde. Der Manager wird spätestens Ende April 2017 CEO der schwedischen Industriegruppe Indutrade. Das Haldex-Board teilte mit, unmittelbar mit der Nachfolgesuche zu beginnen.

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    Der Knorr-Bremse-Eigentümer Heinz Hermann Thiele könnte bei Haldex bald am Ziel sein: Am 08. November 2016 empfahl das Board of Directors von Haldex seinen Aktionären, die Übernahmeofferte von Knorr-Bremse anzunehmen. Allerdings steht die Empfehlung unter der Bedingung, dass der Bremsenhersteller die nötigen kartellrechtlichen Genehmigungen erhält.

Mit Material von Dow Jones Newswires