Stahl, Klimagipfel Paris, Industrie, Produktion

Autoklaven aus Stahl halten Druck und Temperatur klaglos aus. - Bild: Wirtschaftsvereinigung Stahl

„Es ist zu begrüßen, dass das angestrebte internationale Abkommen auch die Schwellenländer einschließen soll. Ein Abkommen ohne China als bedeutendster Emittent und zugleich größter Stahlstandort der Welt ist aus unserer Sicht undenkbar“, so Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl in Düsseldorf. „Es müssen zudem alle Teilnehmerstaaten vergleichbare Verpflichtungen akzeptieren.“ Eine Differenzierung wäre nicht mehr sachgerecht. „Es hilft weder dem Klimaschutz noch den weltweiten Wettbewerbsbedingungen, wenn die EU ein Klimaziel von 40 Prozent bis 2030 zusagt, während China ab diesem Zeitpunkt offenbar erst anfangen will.“

 Auch dem Vorschlag eines einheitlichen globalen Preises für CO2 kann Kerkhoff nichts abgewinnen, solange jedes Land selbst über seine Maßnahmen entscheiden könne. „Entscheidend sind gleiche Bedingungen für die industriellen Wettbewerber in allen Vertragsstaaten. Ziel muss daher ein weltweiter Emissionsrechtehandel mit einheitlichen Emissionsrichtwerten (Benchmarks) und Zuteilungsregeln für die Industrie sein“, fordert Kerkhoff.

Die Stahlindustrie unterstütze den Klimaschutz. Sie stehe aber in einem äußerst intensiven globalen Wettbewerb, der durch die wirtschaftliche Schwäche und zunehmende Überkapazitäten Chinas noch verstärkt werde. In einem solchen Umfeld seien einseitige europäischen Belastungen aus der Klimapolitik nicht zu verkraften. Der Vorschlag der EU-Kommission zur Verschärfung des Emissionsrechtehandels in der Zeit nach 2020 würde der Stahlindustrie Minderungsziele vorschreiben, die weit über die technischen Möglichkeiten hinausgingen. Die Existenz der Stahlindustrie in Europa stehe daher auf dem Spiel. Im Lichte der Ergebnisse der internationalen Verhandlungen müsse der Vorschlag dringend überarbeitet werden. Die effizientesten Anlagen dürfen nicht durch den Kauf von Zertifikaten oder Strompreissteigerungen mit Kosten belastet werden.