I-BOLOGNA. Der Markt für Flurförderzeuge nimmt allmählich wieder Fahrt auf. Matthias Fischer, Geschäftsführer Toyota Material Handling Deutschland spricht im Produktion-Interview über die durchwachsene Konjunktur in Europa und die positiven Impulse aus Asien.

Wie hat sich die konjunkturelle Lage für Flurförderzeuge in letzter Zeit entwickelt?

Wir haben im März diesen Jahres deutliche Anzeichen gesehen, dass der Markt wieder wächst. Wir werten das als leichte konjunkturelle Erholung. Ob dies eine anhaltende Tendenz für die nächsten Monate ist, wird man allerdings abwarten müssen. Wir schauen aber deutlich positiver in die Zukunft als noch vor einem Jahr.

Gibt es Märkte mit besonders positiver Entwicklung?

Bereits vor einigen Monaten hat sich gezeigt, dass sich die asiatischen Märkte in einer Aufschwung-Bewegung befinden. China beispielsweise entwickelt sich deutlich positiver als noch vor einem Jahr. Dort hat sich gezeigt, dass die Wachstumsraten wieder deutlich exportorientiert sind.

… und wie sieht die Lage in Europa aus?

Die größten wirtschaftlichen Schwierigkeiten gab es in Südeuropa. Spanien war der erste Markt, der in Europa nach unten ging. In Spanien merkt man derzeit auch noch keine Besserung, der Rest von Europa fängt an, sich zu erholen. Polen hatte eine kleine Sonderstellung im letzten Jahr, weil sich der polnische Markt gut entwickelt hat. Auch andere osteuropäische Märkte fangen an, sich wieder deutlich zu erholen.

Green logistics ist in vielen Logistik-Unternehmen ein wichtiges Thema. Welche Rolle spielt es bei Toyota?

Green logistics ist ein fundamental wichtiges Thema. Wir haben schon seit Jahren den Slogan, dass wir in Richtung zero emission gehen wollen. Es geht um die Frage, wie man dafür sorgen kann, dass Waren bewegt werden, ohne dass die Umwelt belastet wird. Man wird zwar nie auf eine Null-Emission kommen, aber bei Toyota wird immer wieder darüber nachgedacht, wie man ressourcenschonend produzieren kann, wie verantwortungsvoll mit Ressourcen umgegangen werden kann, so dass ökonomisch und ökologisch günstige Fahrzeuge entwickelt werden können.

In den vergangenen Monaten ist Toyota Automotive wegen Rückrufaktionen in die Schlagzeilen geraten. Beeinflussen solche Aktionen auch Toyota Material Handling?

Ja und Nein. Sie belasten uns nicht direkt, weil wir andere Komponenten in unseren Fahrzeugen haben. Auf der anderen Seite ja, weil auf beiden Produkten Toyota steht. Das leicht angekratzte Image und die Rückrufaktionen auf der Autoseite belastet unseren Bereich indirekt auch. Aber ich gehe davon aus, dass sich die Qualität, die Toyota produziert, sehr schnell in die richtige Richtung entwickelt. Die Kunden dürfen sicher sein, dass jedes Fahrzeug, ob Auto oder Gabelstapler, das ein Werk verlässt mit noch mehr Augenmerk geprüft wird, um sicher zu stellen, dass die Qualität gut ist.

Haben Milliardenhilfen für Länder wie Griechenland Auswirkungen auf ein international agierendes Unternehmen wie Toyota?

Eins solche Situation betrifft jedes Wirtschaftsunternehmen. Die Finanzaktion belastet auch die Banken und alles, was an Schwächen auf dem Kreditsektor zu spüren ist, belastet auch mittelständische Unternehmen bei der Geldbeschaffung für Investitionen. Gerade wenn ein leichter Aufschwung zu spüren ist, brauchen Firmen frisches Kapital, um das Wachstum finanzieren zu können. Unternehmen gehen in Vorleistung für Rohmaterialien und Arbeitskräfte. In einer solchen Situation ist es äußerst wichtig, Stabilität in die Finanzmärkte zu bekommen.