Toshiba, Werbung

Wie geht es weiter für Toshiba? Kommt das endgültige Aus? - Bild: Calm 123/Wikimedia/CC BY 3.0

Toshiba legte zudem endlich Geschäftszahlen für das Dezemberquartal vor, was der Konzern zweimal verschieben musste. Allerdings sind die Quartalszahlen nicht testiert.

Für das Geschäftsjahr, das am 31. März 2017 zu Ende ging, rechnet die Toshiba Corp weiterhin mit einem Nettoverlust von 1,01 Billionen Yen (rund 8,6 Milliarden Euro). Dieser resultiert aus Kreditgarantien und anderen Verpflichtungen im Zusammenhang mit Kernkraftprojekten der US-Tochter Westinghouse Electric Co. in den USA, bei denen die geplanten Kosten massiv überschritten wurden. Ende März beantragte Westinghouse Gläubigerschutz nach Chapter 11 des amerikanischen Insolvenzrechts und wird deshalb nun von der Toshiba-Bilanz nicht mehr erfasst.

Das Eigenkapital des japanischen Konzerns betrug zum Jahresende 2016 minus 226 Milliarden Yen.

"Es besteht erhebliche Unsicherheit in Bezug auf die Fähigkeit des Unternehmens, als laufendes Unternehmen fortzubestehen", teilte Toshiba mit. Allerdings hoffe der Konzern, die Unsicherheit beseitigen und die Sorge um den Fortbestand unter anderem mit dem Verkauf von Vermögenswerten wie der Halbleitersparte zerstreuen zu können.

Die Wirtschaftsprüfer des Konzerns wollten die am Dienstag veröffentlichten Zahlen nicht absegnen, weil sie nicht sicher sein könnten, dass die frühere Buchführung von Westinghouse in Ordnung gewesen sei. Dass Geschäftszahlen von Wirtschaftsprüfern testiert werden, ist zwar üblich, aber in Japan nicht verpflichtend. Eine Sprecherin der Tokioter Börse sagte, die Tokyo Stock Exchange (TSE) werde sich genau anschauen, warum die Prüfer die Zahlen von Toshiba nicht abgesegnet hätten.

Delisting droht

Der Konzern hatte von der Tokioter Börse bereits zwei Fristverlängerungen für die Vorlage seiner Neunmonatszahlen erhalten. Diese hatte Toshiba schon im September 2015 verwarnt und mit dem Status "Securities on Alert" versehen, weil das Unternehmen in Mitteilungen an die Börse falsche Angaben gemacht hatte.

Nun könnte Toshiba ein Delisting drohen, allerdings dürfte die Tokyo Stock Exchange sich sorgfältig überlegen, ob sie einen Konzern von der Größe Toshibas vom Kurzzettel nimmt.