Sollte Voith die Industrial Services tatsächlich verkaufen, wären davon weltweit rund 18.000

Sollte Voith die Industrial Services tatsächlich verkaufen, wären davon weltweit rund 18.000 Mitarbeiter betroffen. - Bild: Voith

Schrumpfkur beim Maschinen-und Anlagenbauer Voith: Der Heidenheimer Konzern plant offenbar größere Stellenstreichungen und will sich laut einem Bericht der “Heidenheimer Zeitung” wegen drastisch sinkender Gewinne vom Bereich Industrial Services trennen.

Auf einer außerordentlichen Betriebsversammlung soll am Montagvormitttag die Belegschaft in Heidenheim darüber informiert werden. Weltweit wären davon rund 18.000 Mitarbeiter betroffen, das wäre fast die Hälfte der insgesamt 40.000 Voith-Beschäftigten.

“Auf den Standort Heidenheim hätte das wenige Auswirkungen, da Industrial Services dort kaum vertreten ist. Darüber hinaus sind starke personelle Einschnitte bei Voith Paper sowie im Verwaltungsbereich des Standorts Heidenheim geplant”, heißt es in der Heidenheimer Zeitung.

Die Gerüchte, dass Voith das gesamte Konzernportfolio umkrempeln will, kursieren schon seit einiger Zeit. “Angesichts der bereits seit rund zwei Jahren währenden Krise bei Voith Paper war davon auszugehen, dass das Konzernmanagement umdenken wird. Und das scheint nun geschehen zu sein”, kommentiert das Blatt.

Der Bereich Industrial Services erwirtschaftete im vergangenen Geschäftsjahr rund ein Fünftel des gesamten Konzernumsatzes, immerhin knapp 1,2 Milliarden Euro. Doch das Geschäft kämpft mit einer geringen Profitabilität: Im vergangenen Geschäftsjahr sank das Betriebsergebnis um gut ein Drittel und lag bei nur noch 20 Millionen Euro.

Informationen der Heidenheimer Zeitung zufolge will das Unternehmen mit dem Verkauf die strategischen Weichen hin zur von Konzernchef Dr. Hubert Lienhard bereits beschworenen “Industrie 4.0″ stellen. Durch den geplanten Verkauf, so ist zu hören, wolle man die entwicklungs- und technologieintensiven Konzernbereiche Paper, Hydro und Turbo stärken.

Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatte sich Voith von der Deutschen Industriewartung (DIW) getrennt, die Bestandteil der Industrial Services war. Schon damals war mit einer Neuausrichtung dieses Standbeins argumentiert worden: Man wolle sich auf technische Dienstleistungen für Schlüsselindustrien beschränken. Bei der DIW waren 6.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Heidenheimer Zeitung/Karoline Kopp