Familiengesellschafter des Autozulieferers Hella haben 13,9 Millionen Aktien bei institutionellen

Familiengesellschafter des Autozulieferers Hella haben 13,9 Millionen Aktien bei institutionellen Investoren platziert. Durch den Verkauf habe sich der Anteil der Hella-Aktien im Streubesitz auf etwa 28 Prozent erhöht. - Bild: Hella

“Schon gestern Abend war zu hören, dass die Nachfrage nach den Aktien gut ist”, sagte ein Händler. Die Aktie sei mit 41 Euro am oberen Ende der Bookbuilding-Spanne von 39 bis 41 Euro platziert worden. Mit der Platzierung belaufe sich der Bruttoerlös der Familienaktionäre auf rund 570 Millionen Euro. Entsprechend dürfte sich auch das Gewicht im SDAX erhöhen und die Aktie werde erheblich liquider, sagte er. Zu Börsenbeginn notierte die Aktie zeitweise mit einem Aufschlag von rund 4 Prozent bei 44 Euro.

“Hella ist einfach die perfekte Story”, erklärte ein Händler das untypische Kursplus. Zum einen profitiere Hella vom deutlichen Anstieg des Streubesitzes von zuvor etwa 15 Prozent, der die Aktie zu einem klaren MDAX-Kandidaten mache. Außerdem hätten Hella-Aktien schon vor der Platzierung die marktweite Konsolidierung an der 40er-Marke beendet und seitdem wieder Fahrt aufgenommen. Das Aufwärtspotenzial bis zum Allzeithoch bei 48,50 Euro sei groß genug und damit zusätzlich attraktiv.

Das Geschäft hatten das Bankhaus Lampe und die Deutsche Bank abgewickelt.

Die Mitglieder der Gesellschafterfamilie hatten sich zum Börsengang im November 2014 in einer Poolvereinbarung verpflichtet, gemeinsam 60 Prozent der Anteile zu halten. Diese Verpflichtung gilt mindestens bis zum Jahr 2024, wie es hieß. Die nun platzierten Aktien stammten aus weiteren Beständen, die nicht der Poolbindung unterlägen. Zudem hätten sich die am Verkauf teilnehmenden Familiengesellschafter angabegemäß zu einer sechsmonatigen Haltefrist für ihren restlichen Aktienbesitz verpflichtet. Die Platzierung und die damit verbundene deutliche Erhöhung des Free Floats markierten für Hella einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zum Mittelfristziel MDAX-Aufnahme, teilte das Unternehmen mit.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke