Stromtrassen

Die großen Stromtrassen werden erst Jahre später fertig. Wirtschaft und Verbrauchern drohen zusätzliche Belastungen. - Bild: SnapwireSnaps/Pixabay

Die wegfallende Leistung soll dann eigentlich durch den Strom aus Windrädern in Norddeutschland ersetzt werden. Doch ohne Stromautobahnen kann die Energie nicht zu den Industriebetrieben in Bayern und Baden-Württemberg kommen. Die Einschätzung der Netzwächter stammt bereits vom Mai, ist aber erst jetzt bekannt geworden.

Den Stromkunden drohen hohe Zusatzkosten, weil Reservekraftwerke kurzfristig einspringen müssen, die Windmüller aber trotzdem für ihren Strom bezahlt werden.

Die beiden großen Trassen Richtung Bayern werden frühestens 2025 fertig und damit drei Jahre später als nötig. Der Sued-Link soll in zwei Strängen die Region nördlich von Hamburg mit Unterfranken und Baden-Württemberg verknüpfen.

Der Sued-Ost-Link wird nach den Planungen Strom aus Sachsen-Anhalt nach Landshut bringen, wo bisher das Kernkraftwerk Isar2 läuft. Zu den erheblichen Verspätungen dürfte vor allem die Erdverkabelung gesorgt haben, die von Bayerns Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) in Berlin durchgesetzt wurde.

Von den Verzögerungen ist auch die Trasse von Emden nach Osterath in Nordrhein-Westfalen (Korridor A) betroffen, die ebenfalls frühestens 2025 errichtet sein wird.

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter kritisierte, dass der Leitungsbau seit langem verschlafen werde. "Die Bundesregierung verbummelt seit Jahren den Stromleitungsbau und lässt zugleich zu, dass Kohle- und Atomstrom die Netze verstopfen", monierte Hofreiter. "Damit sabotiert sie die Energiewende", legte er nach. Für Hofreiter ist klar, dass Firmen und Haushalte die Zeche über ihre Stromrechnung zahlen werden.