Den forcierten Umstieg auf Erneuerbare Energien gibt es für die Industrie nicht zum Nulltarif

Den forcierten Umstieg auf Erneuerbare Energien gibt es für die Industrie nicht zum Nulltarif (Bild: view7 - Fotolia.com).

München (pd). Die Berechnungen basieren auf dem Ziel der Bundesregierung, den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung bis 2020 auf 35% und bis 2030 auf 50% auszubauen, sowie auf der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) vom Juli 2011, in dem die Förderung für verschiedene Energiearten festgelegt ist. Das von der Technischen Universität Berlin erstellte Gutachten wurde heute im Rahmen des vbw Kongresses „Deutschland in der Energiewende“ in München vorgestellt.

Vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt kritisiert: „Wie die durch das neue EEG bedingten Kosten bewältigt werden sollen, ist noch völlig unklar. Die zu erwartenden Preissteigerungen werden die Wirtschaft in unserem Lande schwer belasten. Wir setzen darauf, dass die Bundes- und die Bayerische Staatsregierung die notwendigen gesetzlichen Änderungen auf den Weg bringen, damit unsere Betriebe nicht ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit einbüßen. Es darf keine Gefährdung unseres Industriestandorts durch die Energiewende geben.“

Die derzeitige EEG-Umlage in Höhe von 3,5 Cent pro Kilowattstunde könnte laut Gutachten durch die kalkulierten Mehrkosten bis 2025 auf sechs Cent pro Kilowattstunde steigen. „Die Industriestrompreise in Deutschland zählen bereits jetzt europaweit schon zu den höchsten. Weitere Preissteigerungen gefährden Unternehmen und Arbeitsplätze. Vielmehr muss die EEG-Umlage für die gewerbliche Wirtschaft auf zwei Cent pro Kilowattstunde gedeckelt werden“, fordert Brossardt.

Zudem greift die Ausnahmeregelung für energieintensive Betriebe zu kurz. Sie gilt erst ab einem Stromkostenanteil an der Bruttowertschöpfung von 14%. Brossardt: „Nach der Untersuchung der TU Berlin erhöht sich zwar die Anzahl der befreiten Unternehmen von derzeit zirka 600 auf 1.500. Das sind bei 44.000 deutschen Industrieunternehmen viel zu wenig. Nach Einschätzung der vbw liegt der Stromkostenanteil an der Bruttowertschöpfung in den meisten Industriebetrieben zwischen fünf und zehn%. „Um unsere industrielle Basis nicht zu schwächen, brauchen wir eine stufenweise Entlastung ab einem Stromkostenanteil von 5% an der betrieblichen Wertschöpfung. Leider hat der Bundestag einen von der Bayerischen Staatsregierung initiierten Antrag des Bundesrates abgelehnt. Wir setzen darauf, dass die Staatsregierung das Thema weiter verfolgt“, so Brossardt.