MÜNCHEN (gk). Der deutsche Maschinenbau wird das Niveau von 2008 erst 2013 wieder erreichen. Das besagt die Studie “Production Systems 2020″ von Roland Berger Strategy Consultants. Der Studie zufolge dominieren drei globale Megatrends die künftige  Entwicklung der Branche: Erstens wird sich die Verlagerung nach Asien fortsetzen. China hat die USA 2010 bereits überholt und ist zum  Maschinenbau-Weltmeister geworden. Auch Deutschland dürfte seine  marktführende Position in den meisten Maschinenbau-Segmenten in den kommenden Jahren an China verlieren. “Das Leistungs- und  Qualitätsniveau der chinesischen Hersteller nähert sich an das  europäische Niveau an”, erklärt Co-Autor Ralph Lässig. “Während die  befragten europäischen Betreiber ihr technisches Niveau aufrecht  erhalten wollen, planen die chinesischen Betreiber eine deutliche Steigerung ihrer Standards.”

Die Roland-Berger-Experten erwarten auch eine Änderung der  Spielregeln im Mittelfeld: Das mittlere Leistungssegment wächst am  stärksten und wird zum globalen Spielfeld. “Deshalb halten wir  starken Wettbewerb zwischen europäischen und chinesischen OEMs in den meisten, einfach zugänglichen Wachstumsregionen für wahrscheinlich”,  sagt Roland-Berger-Partner Lässig. “Chinesische OEMs werden sich auf  leicht zugängliche Märkte in Südostasien, dem Mittleren Osten und  Afrika fokussieren.”

Der dritte globale Megatrend der Branche heißt “Going green” und  bezeichnet das steigende Umweltbewusstsein. “Energieeffizienz wird in Europa und Japan an Bedeutung gewinnen, getrieben durch  Kostensenkungen, Regulierung und die steigende Bedeutung eines  umweltfreundlichen Images”, erläutert Eisenhut. Bei ausgewählten  Anwendungen sind erhebliche Energieeinsparungen möglich. “Viele  Betreiber sehen Energieeffizienz zwar als ein wichtiges  Kaufkriterium, allerdings sind nicht alle bereit, dafür auch mehr  Geld ausgeben.” Trotz des Megatrends bleiben Energieeffizienz und  andere “grüne” Konzepte bei vielen Anwendungen daher “nur” ein  Marketingthema.

“Europäische OEMs müssen Antworten auf die Herausforderungen der neuen Wettbewerber entwickeln, die auf ihre individuelle  Produkt/Marktpositionen zugeschnitten ist”, sagt Lässig.  Technologisch führende High-End-OEMs sollten ihr Geschäft beispielsweise sorgfältig ins Mittelsegment erweitern, um an dem  enormen Wachstum dort zu partizipieren.

Lässig: “Europäische OEMs im Mittelsegment verfügen zwar bereits über einen globalen Footprint, aber sie müssen noch mehr Forschung und  Entwicklung in die Schwellenländer transferieren. Chinesische OEMs  werden das große Potenzial auf ihrem Heimatmarkt vor allem durch eine Verbesserung ihrer Produkttechnologie erschließen. Um die globalen  Herausforderungen zu meistern, müssen alle OEMs weltweit jetzt ihre Geschäftsmodelle überdenken.”