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Roboter arbeiten schon jetzt Hand in Hand mit Menschen und entlasten sie. - Bild: ABB

Laut einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) dürften mit dem digitalen Wandel in der Produktion in Deutschland rund 430.000 neue Arbeitsplätze entstehen. In derselben Zeit gingen aber voraussichtlich 490.000 meist einfachere Stellen verloren.

"Der durch die Produktivitätssteigerungen hervorgerufene Verlust an Arbeitsplätzen mit Routine-Tätigkeiten im Verarbeitenden Gewerbe geht mit einem Aufwuchs an Arbeitsplätzen mit Nicht-Routine-Tätigkeiten einher, die ein im Schnitt höheres Qualifikationsniveau erfordern", heißt es in der Studie. Zudem werden der Wandel zu einer Dienstleistungsgesellschaft durch den Übergang zu Industrie 4.0 gestärkt.

Aber auch für weiter bestehende Arbeitsplätze ergeben sich nach Einschätzung der Studienautoren Konsequenzen: So seien bereits umfangreiche Weiterbildungsmaßnahmen im Szenario berücksichtigt worden. Für die Personen, die an ihren Arbeitsplatz bleiben, ist der Übergang zu einer Industrie 4.0 somit mit Anpassungen verbunden. "Neue Arbeitsabläufe und Tätigkeiten werden hinzukommen und andere verschwinden."

Deutliche Umschichtung von Arbeitsplätzen

Enzo Weber, Arbeitsmarktforscher und Mitautor der Studie, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa: "Es kommt zu einer deutlichen Umschichtung von Arbeitsplätzen. Dabei werden vor allem Beschäftigte, die heute Maschinen und Anlagen bedienen, betroffen sein." Um die Veränderungen abzufedern, müssten Firmen und die Bundesagentur frühzeitig entgegensteuern. Gerade Facharbeiter, die bisher an den Produktionsstraßen mit Routinearbeiten beschäftigt sind, müssten frühzeitig für anspruchsvolle Aufgaben in der Industrie 4.0 umgeschult, Arbeitslose für die neuen Anforderungen fit gemacht werden.

Eine Jobkrise steht aber offenbar trotzdem nicht bevor: "Ein gut funktionierender Arbeitsmarkt muss das leisten können", argumentiert Weber. Auch in Zeiten normalen technologischen Wandels finde ständig eine Umschichtung von Arbeitsplätzen und Berufsfeldern statt. "In der Vergangenheit hatten wir immer wieder technologische Umschwünge. Die Arbeit ist uns dadurch nie ausgegangen."

 

Löhne werden durchschnittlich steigen

Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass sich die Umsetzung von Industrie 4.0 gesamtökonomisch lohnt. "Es wird ökonomisch ein höheres Wachstum erreicht, gleichzeitig nehmen aber die Importe ab. Da Deutschland ein rohstoffarmes Land ist, sind große Teile der Importe direkt oder indirekt (Halbfertigprodukte) auf Rohstoffzulieferungen zurückzuführen. Es kann festgestellt werden, dass ausgelöst durch steigende Arbeitsproduktivität und die Einbeziehung der Routine-Anteile der Berufsfelder die Löhne im Durchschnitt zunehmen", so ein Fazit der Studie.

Quelle: ABB