BMW-Werk im südafrikanischen Rosslyn (Bild: BMW).

BMW-Werk im südafrikanischen Rosslyn (Bild: BMW).

von Alexis Flynn, Dow Jones

LONDON (ks). Der Arbeitskampf ist zwar inzwischen weitgehend beendet. Er hatte aber die Produktion bei den Herstellern selbst und bei Zulieferbetrieben stark beeinträchtigt, tausende Fahrzeuge konnten nicht wie geplant montiert werden.

BMW hatte deshalb in der vergangenen Woche bereits erklärt, Ausbaupläne in Südafrika auf Eis zu legen. Die Streiks hatten beim Münchner Konzern die Produktion von 13.000 Fahrzeugen verhindert.

Die Härte der jüngsten Tarifauseinandersetzung macht der Regierung Südafrikas Sorgen. Finanzminister Pravin Gordhan sagte nun in einem Interview, die Regierung sei an BMW herangetreten, um zu sehen, ob das Land in den Expansionsplänen des deutschen Autobauers noch eine Rolle spielen könne. BMW-Sprecher Guy Kilfoil sagte dazu, das Unternehmen würde ein solches Treffen begrüßen, glaube aber nicht, “dass irgendetwas, das der Finanzminister kurzfristig tun kann, das Arbeitsumfeld ändern würden.”

BMW ist nicht der einzige Hersteller, der die Last des Tarifstreites zu tragen hat. Auch Ford, General Motors und Toyota wurden von den Arbeitsniederlegungen erwischt, die zuerst den Betrieb in ihren eigenen Unternehmen lähmte und dann den der Zulieferbetriebe. Gut sieben Wochen lang war die Produktion deshalb stark eingeschränkt. Im September brachen Südafrikas Autoexporte gegenüber dem Vorjahresmonat um 75% ein. Die Autoindustrie insgesamt verlor während der Streiks rund 60 Mio US-Dollar pro Tag, wie aus Daten des Branchenverbandes NAAMSA (National Association of Automobile Manufacturers of South Africa) hervorgeht.

Es ist nicht das erste Mal, dass die südafrikanische Regierung bei Zusammenstößen zwischen Unternehmen und Gewerkschaften vermitteln will. Ein Team unter Leitung von Vizepräsident Kgalema Mothlanthe versucht derzeit, bei Gesprächen zwischen den Gewerkschaften, Minenkonzernen und Arbeitern zu vermitteln. Streiks im Bergbausektor hatten die Förderung aus den Platin- und Goldminen stark beeinträchtigt.