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In Südkorea haben Staatsanwälte Haftbefehl für den Samsung-Erben Lee Jae-yong beantragt. - Bild: Pixabay

Die mit dem Fall betrauten Sonderermittler könnten ihre Untersuchung dann fortsetzen, während Lee zunächst in Haft bliebe. Eine formelle Anklageerhebung würde folgen.

Samsung war umgehend nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Bislang war das Unternehmen noch nie bereit, den Kontakt zu Lee für eine persönliche Stellungnahme herzustellen.

Mit dem Antrag auf Haftbefehl gegen den Erben des Samsung-Konglomerats spitzt sich der politische Korruptionsskandal weiter zu, der Südkorea erschüttert und zur Amtsenthebung der Präsidenten Park Geun-hye geführt hat. Dabei ging es um eine langjährige Vertraute der Präsidentin und deren Beziehungen zu Unternehmen.

In den vergangenen Monaten wurden neben Samsung-Vizechef Lee auch andere Top-Manager des Konzerns zur mutmaßlichen Rolle des Mischkonzerns in dem Skandal befragt. Der 48-Jährige Lee war in der vergangenen Woche 22 Stunden lang befragt worden.

Die Staatsanwaltschaft erhob am Montag zudem Anklage gegen den Chairman des Pensionsfonds NPS, Moon Hyung-pyoon. Er soll den Fonds angewiesen haben, einer umstrittenen Fusion innerhalb des Samsung-Konzerns zuzustimmen - und nur dank dieser Unterstützung konnte der Zusammenschluss letztlich über die Bühne gehen. Die Staatsanwaltschaft vermutetet, dass die Vertraute der Ex-Präsidentin im Gegenzug für Samsung-Zahlungen an ihre Stiftungen Einfluss auf NPS genommen haben könnte.

Eine Sprecherin von NPS war kurzfristig nicht für eine Stellungnahme erreichbar und auch Moon konnte nicht erreicht werden.