Bei der Vertragsunterzeichnung 2009 setzten Osamu Suzuki, CEO von Suzuki und VW-Chef Martin

Bei der Vertragsunterzeichnung 2009 setzten Osamu Suzuki, CEO von Suzuki und VW-Chef Martin Winterkorn noch große Hoffnungen in die Partnerschaft (Bild: Volkswagen).

HAMBURG (Dow Jones/ks)–Aus Sicht von Suzuki müsste die Volkswagen AG sich dem Urteil des Gerichtes unterwerfen und möglicherweise gar ihre Anteile von rund 20% an Suzuki verkaufen, berichtet das “Handelsblatt” (HB – Montagsausgabe) unter Berufung auf informierte Kreise.

Volkswagen wollte sich dazu nicht äußern. “Das sind Spekulationen, die wir nicht kommentieren”, sagte ein Sprecher des DAX-Konzerns am Montag. Auch Suzuki lehnte eine Stellungnahme ab.

Suzuki hatte den deutschen Partner am Freitag des Vertragsbruchs bezichtigt, nachdem VW bereits im September den Japanern vorgeworfen hatte, sich nicht an eine Vereinbarung gehalten zu haben. Entzündet hatte sich der schon seit längerem schwelende Streit zwischen den beiden Autobauern, nachdem Suzuki die Partnerschaft mit Fiat intensiviert hatte und Dieselmotoren bei dem italienischen Konzern orderte. Diese hätten auch aus Wolfsburg kommen können. VW forderte Suzuki seinerzeit auf, das Geschäft rückgängig zu machen.

Der japanische Konzern sieht seinerseits das für ihn wichtigste Ziel verletzt, Zugriff auf VW-Technologie zu erhalten. Suzuki erklärte, bislang entgegen der Vereinbarung keinen Zugang den Kerntechnologien der Wolfsburger bekommen zu haben und drohte mit einem Ende der Kooperation.

Laut dem Handelsblatt sieht der Kooperationsvertrag zwischen den Autobauern für den Fall unterschiedlicher rechtlicher Auffassungen das Urteil eines privaten Schiedsgerichtes vor. Dies solle langwierige zivilrechtliche Verfahren vermeiden. Der Spruch eines solchen Gerichtes sei üblicherweise bindend.