Osamu Suzuki will die Partnerschaft mit Volkswagen auflösen und den Anteil zurückkaufen (Bild:

Osamu Suzuki will die Partnerschaft mit Volkswagen auflösen und den Anteil zurückkaufen (Bild: Suzuki)

von Matthias Goldschmidt und Yoshio Takahashi, Dow Jones Newswires

TOKIO (ks)–”Volkswagen wird unverändert an seinem Anteil an der Suzuki Motor Corp festhalten”, sagte ein VW-Sprecher am Freitag zu Dow Jones Newswires. “Volkswagen weist kategorisch zurück, dass wir in irgendeiner Weise den Kooperationsvertrag gebrochen oder nicht gelebt hätten und lehnen eine Beendigung des Abkommens ab. “Wir sind sehr enttäuscht über diesen Schritt von Suzuki und können diesen in keinster Weise nachvollziehen.”

Suzuki-Chairman und CEO Osamu Suzuki warf den Wolfsburgern am Freitag vor, VW habe mehrere Anläufe zurückgewiesen, die Streitigkeiten aus dem Weg zu räumen. Nun sei es mit der Partnerschaft vorbei und es gebe keinen Grund mehr, an der Kapitalverflechtung festzuhalten. “Ich bin enttäuscht, dass wir diese Maßnahmen treffen müssen, aber VW hat uns keine andere Wahl gelassen”.

Die Niedersachsen spielen den Ball zurück. Suzuki sei nie auf die zahlreichen von Volkswagen gemachten Verhandlungsvorschläge eingegangen, sondern kündige nun erneut über die Öffentlichkeit den Gang vor das Schiedsgericht und die Kündigung des Rahmenvertrags an. “Die Begründung sehen wir als haltlos an.”

In dem monatelangen Rosenkrieg zwischen den beiden Partnern war zuletzt viel Porzellan zu Bruch gegangen. Die Japaner hatten VW im Oktober Vertragsbruch vorgeworfen. Unter anderem monierte Suzuki, die Volkswagen AG habe nicht wie versprochen Zugang zu den eigenen Technologien gewährt.

“Wir weisen die Vorwürfe als inhaltlich falsch zurück”, sagte auch dazu der VW-Sprecher. “Es gab intensive technische Unterstützung im Bereich von Zukunftstechnologien und die gemeinsame Arbeit an potenziellen Projekten. Dies stets unter Bereitstellung der notwendigen technischen Informationen. Wir haben unsere vertraglich zugesagten Pflichten erfüllt und weitreichenden Zugriff auf Technologien gegeben. Es gibt keinerlei rechtliche Basis, die Aktien zurückgeben zu müssen.”

Zuletzt hatte sich Volkswagen daran gestoßen, dass Suzuki Ende Juli die Partnerschaft mit Fiat intensiviert hatte und Dieselmotoren bei den Italienern orderte. Diese hätten auch aus Wolfsburg kommen können. VW interpretierte das als Verstoß gegen den Kooperationsvertrag und forderte Suzuki auf, das Geschäft rückgängig zu machen.

Die 2009 geschlossene Partnerschaft zwischen den beiden Autokonzernen wurde seinerzeit mit einer wechselseitigen Kapitalverflechtung manifestiert. VW hatte sich für rund 1,7 Mrd EUR bei Suzuki eingekauft, während die Japaner 1,5% an den Niedersachsen übernommen hatten.

Analysten von Silvia Quandt Research kommentierten den öffentlich ausgetragenen Streit mit den Worten, VW wolle wohl aus strategischen Erwägungen an der Suzuki-Beteiligung festhalten. So könne sich das japanische Unternehmen mit seiner attraktiven Kleinwagensparte nicht auf dem schnell wachsenden indischen Markt mit einem Wettbewerber zusammenschließen. Ein Verkauf durch VW wäre zwar keine Überraschung, aber ein strategischer Rückschlag für CEO Martin Winterkorn nach einer langen Reihe von Erfolgen.