Suzuki reagiert damit auf den Einstieg des New Yorker Hedgefonds Third Point in das Unternehmen. -

Suzuki reagiert damit auf den Einstieg des New Yorker Hedgefonds Third Point in das Unternehmen. - Bild: Suzuki

Der japanische Automobilkonzern Suzuki Motor kündigte am Montag an, mit verschiedenen Maßnahmen seinen “Unternehmenswert” steigern zu wollen.

Suzuki reagiert damit auf den Einstieg des New Yorker Hedgefonds Third Point in das Unternehmen.

Das Engagement bei Suzuki ist die jüngste von mehreren Investitionen in japanische Unternehmen durch Third Point. Der Hedgefonds will von einem Vorstoß der Regierung von Premierminister Shinzo Abe profitieren, die die Renditen für Aktionäre nach etlichen Jahren mit mäßigen Resultaten steigern möchte.

Die Suzuki-Aktie legte am Montag bis zu 4,7 Prozent zu und erreichte ein Rekordhoch, ehe sie noch 3,4 Prozent im Plus schloss. Der Leitindex Nikkei Stock Average ging um 0,2 Prozent zurück.

Noch bleibt die Frage wie das Ziel erreicht werden soll

Was genau Suzuki nun vorhat, um den eigenen Wert zu steigern, ist noch unklar. Auf einer Pressekonferenz zu den jüngsten Quartalszahlen machte der Konzern keine verbindlichen Zusagen, abgesehen davon, weiterhin 15 Prozent des Nettogewinns als Dividende ausschütten zu wollen. Das ist allerdings weniger als der Konkurrent Toyota und andere große japanische Autobauer ihren Aktionären zahlen.

“Wir haben die Absicht, unseren Corporate Value zu steigern, ausgehend von unseren mittelfristigen Plan”, der im Juni veröffentlicht wurde, sagte Suzuki-Managing-Director Masahiko Nagao. “Wir wollen unsere Gedanken durch Dialoge bei vielen Gelegenheiten zum Ausdruck bringen.”

In einem vierteljährlichen Investorenbrief vom 31. Juli erklärte Third Point, Suzuki sei unterbewertet, wenn man die marktbeherrschende Stellung des Konzerns im indischen Automarkt betrachte. Der von Daniel Loeb geführte Hedgefonds lobte Suzukis preiswert produziertes Modell und sah Potenzial für Aktienkursgewinne durch die erwartete Lösung eines Streits mit der Volkswagen AG.

Streit zwischen Suzuki und Volkswagen

Suzuki streitet sich schon seit vier Jahren mit Volkswagen in einem Schiedsgerichtsverfahren um eine gescheiterte Partnerschaft. Laut Third Point hat der japanische Autobauer aber genug Barmittel, um den Anteil von 19,9 Prozent, den Volkswagen an Suzuki hält, zurückzukaufen. Alternativ könne Japans viertgrößter Autobauer nach Toyota, Nissan und Honda einen Weg finden, um mit Volkswagen und anderen Minderheitsaktionären zusammenzuarbeiten, um die Renditen zu verbessern, so der Fonds.

Ein Schiedsgericht in London prüft derzeit den Fall, bei dem die Suzuki Motor Corp von Volkswagen fordert, ihr den Anteil zurückzuverkaufen, den der deutsche Konzern 2010 übernommen hatte.

Third Point machte keine Angabe dazu, wie hoch sein eigener Anteil an Suzuki genau ist.

Der Vorstoß des Hedgefonds unterstreicht das nachhaltige Interesse von Loeb an Japan. Der Fonds gab 2013 eine Beteiligung an der Sony Corp bekannt, die er im folgenden Jahr aber wieder verkaufte. In diesem Jahr wandte sich Loeb dem Roboterbauer Fanuc zu, einem hochprofitablen Hersteller von Fabrikausrüstung. Fanuc ergriff Maßnahmen, um die Ausschüttungen an die Aktionäre zu steigern, nachdem Loeb seine Beteiligung öffentlich gemacht hatte.

In seinem jüngsten Investorenbrief machte Loeb keine spezifischen Vorschläge für Suzuki.

Suzuki war einer der ersten japanischen Autobauer, die sich auf die Schwellenmärkte konzentrierten. Die Tochter Maruti Suzuki India Ltd hat einen führenden Marktanteil in Indien und Suzuki wies für das Land im vergangenen Quartal ein starkes Wachstum des operativen Gewinns von 8,3 Prozent aus.

Suzuki erhält zudem Lizenzgebühren von Maruti Suzuki für die Nutzung von Technologien, die von Suzuki in Japan entwickelt wurden. Diese Gebühren summieren sich auf rund 500 Millionen US-Dollar pro Jahr, wie Suzuki am Montag bestätigte.

Dow Jones Newswires/Andrea Hecht