Nick Hayek: "Wir sind kein Verbrauchertechnologieunternehmen. Wir wollen kein reduziertes,

Nick Hayek: "Wir sind kein Verbrauchertechnologieunternehmen. Wir wollen kein reduziertes, minimiertes Mobiltelefon für Ihr Handgelenk produzieren." - Bild: YouTube

Der Sohn des Konzerngründers nörgelte, die Displays seien zu klein, die Batterien zu schwach und das Design nicht elegant, vor allem für Kunden konventioneller Marken wie der Swatch-Marke Breguet.

Am Donnerstag gab Hayek bekannt, Swatch habe einen Weg gefunden, um diese empfundenen Einschränkungen zu umgehen. Anstatt eine dezidierte Smartwatch auf den Markt zu bringen, integriere Swatch einige smarte Funktionen in seine bestehenden Uhrenkollektionen. Dazu nutze man eine als Nahfeldkommunikation bekannte drahtlose Technologie.

Dank dieser Technologie könnten die Uhren – von der gleichnamigen Plastikmarke Swatch bis zur hochpreisigen Omega-Produktlinie – etwa für bargeldlose Zahlungen oder den Zugang zu Hotelzimmern genutzt werden. Die Technologie besteht aus einem winzigen Chip und einer Antenne, sodass die Uhren nicht jeden Tag neu aufgeladen werden müssen.

“Wir sind kein Verbrauchertechnologieunternehmen”, sagte Hayek auf dem jährlichen Medientag des Konzerns. “Wir wollen kein reduziertes, minimiertes Mobiltelefon für Ihr Handgelenk produzieren.”

Raum für Apple- und Swatch-Uhren

Wie andere Schweizer Uhrenhersteller auch bewertet Swatch die Bedrohung durch smarte Uhren für sein Geschäft neu. Die am Montag in San Francisco vorgestellte Apple Watch ist in der preiswertesten Variante ab rund 350 US-Dollar zu haben und könnte den Absatz der günstigsten Schweizer Uhren drücken. Im obersten Preissegment dagegen, in dem ein Modell mehr als 10.000 Dollar kostet, konkurriert die Apple Watch mit mittelpreisigen Schweizer Uhren – dem Kernsegment des Marktes.

Das dürfte Swatch besonders stark zu spüren bekommen – der Konzern erzielt rund ein Drittel seines Umsatzes mit Uhrenmarken im niedrigen und mittleren Marktsegment. Nach Schätzungen von Luca Solca, Analyst bei Exane BNP Paribas, könnte die Apple Watch den Absatz der Plastikmarke Swatch um bis zu 10 Prozent und mittelpreisiger Marken wie Tissot und Mido um bis zu 5 Prozent drücken.

Hayek lobte die Apple Watch als “netteste Smartwatch”, die er gesehen habe. Es gebe auf dem Markt aber Raum für beide, sowohl Apple- und Swatch-Uhren.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke