Tesla startet nach Rekordabsatz an der Börse durch. - Bild: Elon Musk Tesla

Tesla startet nach Rekordabsatz an der Börse durch. - Bild: Elon Musk Tesla

Im Hoch kostete es bereits 207,75 Dollar und holte damit die seit Beginn des Jahres angefallenen Verluste auf einen Schlag wieder auf. Das Papier war damit so teuer wie zuletzt Ende Februar.

Auslöser des Kursfeuerwerks sind Rekordzahlen für das erste Quartal 2015. Tesla hatte bereits am handelsfreien Karfreitag mitgeteilt, im ersten Quartal 10.030 Fahrzeuge seines Model S Sedans ausgeliefert zu haben – soviel wie nie zuvor in einem Quartal und 55 Prozent mehr als im gleichen Quartal des Vorjahres und auch deutlich mehr als von Analysten und Tesla selbst mit 9.500 Fahrzeugen erwartet.

Nachdem Tesla lange daran festhielt, seine Auslieferungszahlen zeitgleich mit den Quartalszahlen öffentlich zu machen, kündigte das Unternehmen zudem an, nun jeweils pünktlich zum Ende eines Quartals diese Daten vorlegen zu wollen. Die meisten anderen Autobauer geben ihre Absatzzahlen zwar häufiger preis, jeweils zum Ende des Monats, Analysten werten die Nachricht von Tesla dennoch positiv als einen Schritt in Richtung mehr Transparenz. Dazu passt, dass Tesla die Zahlen diesmal auch auf dem Wege einer Pressemitteilung und eines offiziellen Dokuments bekanntmachte, im Gegensatz zu früher, als Tesla-Chef Elon Musk sie via Twitter verbreitete.

Die Frage sei nun, ob sich die Nachfrage nach den Tesla-Fahrzeugen auch weiterhin so robust entwickeln werde, so die Analysten von Pacific Crest in einer Stellungnahme. Die neue Veröffentlichungspolitik unterstreiche aber die Zuversicht des Unternehmens in die Nachhaltigkeit der Entwicklung. Pacific Crest sieht sich daher in seinem Optimismus bestätigt, dass Tesla 2015 bis zu 55.000 Fahrzeuge herstellen wird, wie von Musk avisiert. 2014 setzte Tesla 31.655 Fahrzeuge ab. Bis 2020 hat der Tesla-Chef einen Jahresabsatz von 500.000 Stück vorgegeben.

Hinter dem Absatzerfolg stehen Beobachtern zufolge attraktive Leasingkonditionen von Tesla in den USA vor dem Hintergrund des jüngsten Benzinpreisverfalls, der vielen Elektrofahrzeugbauern den Ausblick verhagelt. Gleichwohl konnte Tesla bislang auf neue Märkte kaum vordringen und hatte deswegen auch Stellenstreichungen in China angekündigt, nachdem auf dem weltgrößten Markt die Ziele nicht erreicht wurden.

Trotz der Verkaufserfolge schreibt Tesla weiter rote Zahlen. Laut Musk wird das Unternehmen nicht vor 2020 profitabel sein. Grund sind schnell steigende Ausgaben, beispielsweise für Personal und Werbung, aber auch den Aufbau von Aufladestationen in Nordamerika, Europa und Asien.

Laut Dan Galves, Analyst bei der Credit Suisse, muss Tesla das angeschlagene Tempo beibehalten. “Sie haben angekündigt, 40 Prozent des Jahresabsatzes im ersten Halbjahr zu schaffen, das wären 22.000 Fahrzeuge”, so der Experte. “Sie müssen demnach im zweiten Quartal 12.000 verkaufen, also noch ein bisschen an Tempo zulegen”. Ermutigend sei die Absatzverbesserung in Europa, wo Tesla eine Allradvariante vorgestellt habe. Außerdem habe Tesla einige Änderungen an den in China angebotenen Fahrzeugen vorgenommen, wie eine Verbesserung des Navigationssystems und der Ladekapazität.

Dow Jones Newswires/Andrea Hecht