Der Elektroauto-Hersteller Tesla ist weiterhin mit hohen Verlusten unterwegs. Im ersten Quartal fiel

Der Elektroauto-Hersteller Tesla ist weiterhin mit hohen Verlusten unterwegs. Im ersten Quartal fiel ein Minus von knapp 154,2 Millionen Dollar an. - Bild: Tesla

Bei Tesla schlagen steigende Kosten weiter ins Kontor. Im ersten Quartal meldet der kalifornische Hersteller von Elektroautos der Luxusklasse einen höheren Nettoverlust von 154 Millionen US-Dollar.

Vor Jahresfrist waren es nur Verluste von 49,8 Millionen Dollar gewesen.

Wie das in Palo Alto ansässige Unternehmen mitteilte, stieg wenigstens der Umsatz binnen Jahresfrist um 51 Prozent auf 939 Millionen Dollar. Dies sei zum Teil auf eine Erhöhung der Auslieferungen beim Modell S um 55 Prozent auf eine Rekordzahl von 10.045 Fahrzeugen zurückzuführen. Die Limousinen dieses Typs kosten 75.000 Dollar und darüber.

Der bereinigte Betriebsverlust von 36 Cents je Aktie fiel besser aus als von Analysten erwartet. Sie waren von einem Fehlbetrag von 50 Cents je Aktie ausgegangen. Trotz Wechselkursherausforderungen und größerer Ausgaben in den Bereichen Forschung, Entwicklung, Betrieb und Investitionen sei das Ziel für die Bruttobetriebsspanne im Fahrzeugbau erfüllt worden.

Tesla leidet unter Investitionen ins Netz von Ladestationen

Die Aktien von Tesla legten am Mittwoch im nachbörslichen Handel 2,3 Prozent auf 235,75 Dollar je Titel zu. Das Unternehmen hatte seine Ergebnisse erst nach dem regulären Handel veröffentlicht.

Die Ergebnisse unterstreichen die Schwierigkeiten, denen sich ein Unternehmen gegenüber sieht, das zu den am genauesten beobachteten Firmen in der Autobranche zählt. Während Tesla zwar einen Rekordabsatz ausweist und beteuert, das Unternehmen werde wie geplant in diesem Jahr 55.000 Fahrzeuge ausliefern, weiteten sich die Verluste aus und reduzierte sich die Liquidität. Beides war Investitionen in sein Netz von Schnellaufladestationen sowie der Entwicklung des kommenden SUV namens Model X und anderen zukünftigen Produkten geschuldet.

Die Barmittel verringerten sich per 31. März auf 1,5 Milliarden Dollar nach 1,9 Milliarden Dollar vor drei Monaten und 2,4 Milliarden Dollar vor einem Jahr. Konzernchef Elon Musk hatte in der Vergangenheit stets versichert, das Unternehmen könne seine Wachstumspläne ohne Aktienverkäufe oder die Emission von Wandelanleihen finanzieren.

Einstieg ins Batteriegeschäft

Die Firma bestätigte, beim Lieferbeginn seines äußerst wichtigen Modell X gegen Ende des dritten Quartals weiterhin im Plan zu liegen. Mit der Herstellung von Akkuzellen und vollständigen Batteriepackungen soll gegen Ende 2016 in einer Fabrik im US-Bundesstaat Nevada begonnen werden. Das wäre früher als zuvor prognostiziert.

Die Pläne von Tesla zur Batterieherstellung werden akribisch verfolgt, nachdem Musk am 30. April den Start eines neuen Geschäfts für stationäre Speichersysteme angekündigt hatte. Die Investition in den Akkubau gehört zu den Großaufwendungen des Unternehmens.

Nach Angaben von Musk sei die Reaktion auf seine Speicherprodukte “verrückt” und “abgedreht”. Die Produktion von Energiespeicherausrüstungen für das Eigenheim sei bis Mitte 2016 ausverkauft.

Tesla hat seine Ergebnisse durch den Verkauf von Emissions-Gutschriften erhöht. Im Berichtsquartal verkaufte die Firma derartige Gutschriften über 66 Millionen Dollar und steigerte die Summe damit gegenüber dem Vorjahresquartal beträchtlich. Im laufenden Quartal sollen noch einmal 15 Millionen Dollar an Gutschriften dazukommen. Der Autobauer verfügt wie andere Hersteller von Fahrzeugen mit geringer Emission über regulatorische Gutschriften, die an Konkurrenten übertragen werden können, die ihre Emissionsbilanz verbessern müssen.

Musk kündigt Preiserhöhungen für Europa an

Tesla betonte jedoch, auch ohne diese Gutschriften die gewünschte Profitabilität erreichen zu können. Auch ohne den Effekt der Gutschriften liege die Bruttomarge bei ihrer Model-S-Limousine auf bereinigter Basis wie geplant bei 26 Prozent des Umsatzes und bei 25 Prozent auf Basis der strengeren GAAP-Richtlinien.

Tesla will im laufenden Quartal 12.500 Fahrzeuge produzieren und zwischen 10.000 und 11.000 Einheiten ausliefern. Auf den europäischen Märkten will die Firma den Preis des Model S um durchschnittlich fünf Prozent anheben, um so der Erstarkung des Dollar gegenüber dem Euro Rechnung zu tragen.

Der Aktienkurs von Tesla war Anfang des Jahres unter die Marke von 190 Dollar gefallen, nachdem der Absatz des Unternehmens in China im vierten Quartal hinter den Erwartungen zurückgeblieben waren. Seit dem Ende des ersten Quartals haben sich die Aktien allerdings um 22,3 Prozent erhöht. Auftrieb gab unter anderem die Ankündigung des neuen stationären Speichersystems.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke