Elon Musk Tesla

Laut Tesla-Chef Elon Musk könnte durch eine Produktion vor Ort der Verkaufspreis von Tesla-Autos in China um ein Drittel gesenkt werden, da Lieferkosten und Einfuhrzölle wegfielen. - Bild: Tesla

Der Chef des Start-ups, Elon Musk, sagte am Donnerstagabend bei einem Podiumsgespräch der Universität Tsinghua in Peking, durch eine Produktion vor Ort könne der Verkaufspreis von Tesla-Autos in China um ein Drittel gesenkt werden, da Lieferkosten und Einfuhrzölle wegfielen. Der Sedan Model S kostet in China inklusive Zölle und Steuern ab 673.000 Yuan (rund 94.000 Euro).

Musk setzt auf den Nachfragehunger der Chinesen nach Elektroautos. Bis 2030 wird laut Musk mehr als die Hälfte der neu produzierten Autos in der Welt batteriebetrieben sein und auf China davon der größte Anteil entfallen, sagte Musk laut Redetext.

Der chinesische Automarkt ist der weltweit größte. Im vergangenen Jahr wurden im Reich der Mitte fast 20 Millionen Autos verkauft. In den ersten drei Quartalen dieses Jahres wurden 28.092 Elektro- und Plug-in-Hybrid-Autos verkauft und damit mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Die Regierung hatte allerdings auch großzügige Kaufanreize geschaffen.

Dennoch ist die Zahl noch meilenweit entfernt von dem von Peking ausgerufenen Ziel, dass bis Jahresende eine halbe Million dieser Fahrzeuge auf Chinas Straßen fahren sollen und zehn Mal so viele bis Ende des Jahrzehnts.

Wie Tesla seine Autos in China produzieren will, blieb indes unklar. Denn in China müssen sich ausländische Autohersteller einen dort heimischen Partner suchen, wenn sie vor Ort produzieren wollen.

Tesla China war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Das Wall Street Journal hatte im August berichtet, Tesla wolle die Obama-Regierung drängen, bei Gesprächen während des Staatsbesuchs von Xi Jingping in den USA im vergangenen Monat auch das Problem ausländischer Autobauer bei der Produktion vor Ort anzuschneiden.

In China ist der Elektroauto-Markt heiß umkämpft. Im September hat die Zentralregierung die lokalen Behörden dann auch noch angewiesen, Beschränkungen bei dem Elektroauto-Kauf und seiner Nutzung zu streichen, um die Verkäufe anzukurbeln. In China gibt es wegen der Luftverschmutzung eine Vielzahl von Beschränkungen: In Ballungsgebieten wie Peking dürfen beispielsweise an einem Tag nur Autos mit geraden Zahlen auf dem Nummernschild fahren, am anderen die mit ungeraden, und in vielen Städten müssen potenzielle Autobesitzer an einer Kennzeichen-Lotterie teilnehmen oder für ein Nummernschild bieten.

Tesla hat im März bekannt gegeben, in China Stellen zu streichen. Einzelheiten wurden nicht genannt. Das Unternehmen wollte auch einen chinesischen Medienbericht nicht bestätigen, wonach 180 Mitarbeiter von den Kürzungen betroffen sind.

In den ersten drei Quartalen dieses Jahres hat Tesla nach eigenen Angaben 3.025 Autos an chinesische Kunden geliefert. Musk hatte erklärt, er würde es als Erfolg betrachten, wenn Tesla 5.000 Autos oder mehr pro Jahr in China verkaufen würde.