Vor einem Jahr hatte Tesla-Chef Elon Musk dem "Wall Street Journal" gesagt, er könne von Erfolg

Vor einem Jahr hatte Tesla-Chef Elon Musk dem "Wall Street Journal" gesagt, er könne von Erfolg sprechen, wenn Tesla in China 2014 mindestens 5.000 Autos verkaufen könne. - Bild: Tesla

Jüngsten Daten zufolge stellte sich im vergangenen Jahr noch nicht der von dem US-Hersteller erwartete Erfolg in dem riesigen Automarkt ein.

Tesla will daher nun die Verkaufsprozesse in China optimieren, sagte Tesla-Manager Diarmuid O’Connell. So sei geplant, die zweimotorige Version der Limousine Model S in den kommenden Monaten in China auf den Markt zu bringen, worauf Anfang kommenden Jahres das SUV Model X folgen soll, so O’Connell. Das Unternehmen werde sich außerdem auf die Optimierung der Verkaufsprozesse und Aktivitäten in China konzentrieren. “Wir freuen uns auf ein großartiges neues Jahr”, sagte er. Tesla wolle die Produktpalette verbreitern und die Modelle kontinuierlich verbessern.

Daten der Researchfirma JL Warren Capital zufolge wurden in den ersten neun Monaten 2014 in China gerade einmal knapp 2.500 Teslas zugelassen. Im Dezember seien 442 Fahrzeuge hinzugekommen, nach 471 im November. Tesla wollte sich zu den Zahlen nicht äußern.

Vor einem Jahr hatte Tesla-Chef Elon Musk dem “Wall Street Journal” gesagt, er könne von Erfolg sprechen, wenn Tesla in China 2014 mindestens 5.000 Autos verkaufen könne.

In einem weiteren Interview zu Beginn des Jahres hatte Musk dem “Wall Street Journal” gesagt, dass die Verkäufe in China im Schlussquartal 2014 massiv zurückgegangen sind. Es gebe das Mißverständnis, dass das Aufladen in China mit Schwierigkeiten verbunden sei. Mit der Berufung von Tom Zhu – einem Experten für Ladevorgänge – zum China-Chef solle dieser falschen Wahrnehmung Rechnung getragen werden.

O’Connell sagte, Tesla wolle sein Geschäft in urbanen Gegenden wie Peking, Schanghai, Guangzhou und Shenzen stärken, in denen das Unternehmen bereits präsent ist. Er sagte außerdem, dass Tesla weitere Vertriebs- und Servicezentren eröffnen werde, nannte dazu aber keine Zahlen.

Chinesische Kunden nähmen Tesla anders wahr als Kunden in den reifen Märkten, sagte Junheng Li von JL Warren Capital. “In China betrachten die meisten Käufer das Model S als Statussymbol, um zu zeigen, wie wohlhabend und cool sie sind”, sagte die Analystin. “Es gibt viele verschiedende miteinander konkurrierende Wege, um seinen Reichtum zu zeigen, und der Coolness-Faktor ist per Definition kurzlebig”, sagte sie.

“Wir haben kein Modeaccessoir gebaut”, sagte O’Connell. Er fügte hinzu, das Unternehmen sehe ein “widerstandsfähiges und anhaltendes” Wachstum in China.

Der Manager Long Huanyi hat sich lange nach einem Tesla gesehnt, sein Enthusiasmus ist mittlerweile allerdings geschwunden. “Wegen des Mangels an Ladestationen ist ein Tesla nicht sonderlich praktisch”, sagte Long, der als Marketing-Manager bei einer Autoteile-Firma arbeitet. Die Vorteile gegenüber einem Auto mit Verbrennungsmotor könne Tesla in China nicht ausspielen.

Vertriebsmanager Jerry Zhao vom Autohändler Kunze Auto Sales in Schanghai sagte, seine Firma habe seit dem vergangenen April rund zehn Teslas an die Kunden übergeben. “Am Anfang wollte jeder einen Tesla”, sagte Zhao. Jedoch machten sich die Kunden Sorgen, dass ihnen auf längeren Strecken der Strom ausgeht. “Jetzt will jeder einen Rabatt”. Seiner Ansicht nach ist das Problem von Tesla, dass die Autos ihrer Zeit voraus sind. “Es ist ein Auto für die Zukunft”, sagte er.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke