Elon Musk

Tesla-Chef Elon Musk hat ein milliardenschweres Angebot für die Solarfirma SolarCity unterbreitet. - Bild: Tesla

Der Tesla-CEO Elon Musk ist größter Einzelaktionär und Chairman beider Unternehmen.

Den Aktionären des Elektroautopioniers gefällt das Vorhaben überhaupt nicht. Im nachbörslichen Handel in den USA verlor das Papier 12 Prozent. Dagegen schossen SolarCity um 15 Prozent in die Höhe.

In einem Brief an SolarCity-CEO Lyndon Rive, ein Cousin von Musk, schreibt Tesla, die Offerte entspreche einem Wert je Aktie von 26,50 bis 28,50 Dollar. Dies wiederum entspreche einem Aufschlag von 21 bis 30 Prozent auf den Schlusskurs von SolarCity am Dienstag.

"Das ist etwas, worüber wir seit vielen Jahren nachgedacht und diskutiert haben", sagte Musk bei einer Telefonkonferenz. Nun sei der passende Zeitpunkt gekommen, denn Tesla baue derzeit die Produktion von Batterien aus, die zusammen mit Solarpanelen, dem Hauptprodukt von SolarCity, genutzt werden. Rive sagte, er sei "sehr begeistert" über den möglichen Deal, der noch von den Aktionären genehmigt werden muss.

Musk selbst wird an den Abstimmungen nicht teilnehmen, ebensowenig Antonio Gracias, der in beiden Boards vertreten ist. Auch Rive wird sich der Stimme enthalten. Letztlich seien es die Aktionäre, die zu entscheiden hätten, sagte er.

In dem neuen Unternehmen wären nahezu 30.000 Personen beschäftigt, alle Produkte sollen den Namen "Tesla" erhalten, sagte Musk. Zum Imperium des Managers gehört auch der Raketenhersteller Space Exploration Technologies Inc. Musk ist CEO und größter Einzelaktionär. SpaceX war 2014 der größte Käufer von Anleihen von SolarCity-Anleihen.

Komplexität von Tesla nähme mit SolarCity zu

Mit SolarCity würde die Komplexität von Tesla wachsen, zudem käme ein weiterer Verlustbringer zu dem ohnehin finanziell angespannten Konzern hinzu. Das Unternehmen, das umfangreiche Wachstumsinitiativen wie den Bau einer riesigen Batteriefabrik für 5 Milliarden Dollar in Nevada vorantreibt, wird Schätzungen zufolge frühestens 2020 Gewinne einfahren.

Der Marktwert von Tesla liegt bei rund 32,7 Milliarden Dollar, SolarCity bringt es auf 2,1 Milliarden.

Die Übernahmevorschlag von Tesla kommt zu einer für SolarCity schwierigen Zeit. Der Kurs ist in den vergangenen zwölf Monaten um mehr als 60 Prozent eingebrochen, und in den ersten drei Monaten 2016 hat das Unternehmen aus dem kalifornischen San Mateo 283 Millionen Dollar Verlust gemacht.

Zu schaffen machen ihm unter anderem höher Kosten. Daher wurde ein wichtiges Wachstumsziel zuletzt um die Hälfte nach unten korrigiert. SolarCity vermietet Solaranlagen fürs Dach für bis zu 20 Jahre. Viele Kunden entscheiden sich inzwischen aber für den Kauf von Anlagen. Zudem hat sich der Wettbewerb auf dem Markt verschärft.

Von Zip2 bis Hyperloop – die Geschäftsideen des Elon Musk

Zip2
Als das Internet massentauglich wurde, gründeten Elon Musk und sein Bruder Kimbal die Firma Zip2, ein durchsuchbares Firmenverzeichnis. Große Zeitungsverlage schlossen mit dem Start-up Verträge ab. 1999 übernahm der Computerhersteller Compaq die Firma für gut 300 Mio Dollar, Musk erhielt rund 22 Millionen Dollar.

X.com
Ebenfalls im Jahr 1999 gründete Musk mit dem Großteil des Verkaufserlöses von Zip2 das Start-Up X.Com. Ziel der Firma war der Aufbau einer Online-Bank. Dazu engagierte Musk Programmierer und experimentierte mit radikalen Konzepten. Unter anderem ermöglichte X.Com den Versand von Geld per E-Mail – der Prototyp von Paypal.

PayPal
Wirklich erfolgreich wurde X.Com erst, als sich die Firma mit dem Start-up Confinity zusammenschloss, das den Dienst PayPal entwickelt hatte und mit X.Com konkurrierte. Nach dem Zusammenschluss wurde das Unternehmen PayPal genannt, 2002 übernahm Ebay den Dienst für 5,1 Milliarden Dollar. Musk erhielt davon 165 Millionen Dollar.

SpaceX
Mit dem Geld aus dem PayPal-Verkauf gründete Musk sein Weltraum-Unternehmen SpaceX und begann die Entwicklung einer Rakete, die deutlich günstiger sein sollte als die Modelle der mächtigen Konkurrenz – mit Erfolg, wie sich gezeigt hat. Das erklärte Hauptziel des Unternehmens ist die Errichtung einer Kolonie auf dem Planeten Mars.

Tesla
Das in der Öffentlichkeit bekannteste Musk-Projekt ist der Elektroautobauer Tesla. Zwar gründeten andere die Firma, wirklich innovativ wurde Tesla aber erst 2004, als Musk mit seinem Geld dazu stieß. Neben Autos baut die Firma mittlerweile ein Tankstellennetz, riesige Batteriefabriken sowie Stromspeicher für zu Hause.

Solar City
Die beiden Cousins von Musk, Lyndon und Peter Rive, gründeten 2006 die Firma Solar City, die inzwischen zu den größten Anbietern von Solarzellen in den USA gehört. Elon Musk stieg als Investor ein und ist bis heute größter Anteilseigner. Das Unternehmen arbeitet in Bereichen wie Stromerzeugung und -speicherung mit Tesla und SpaceX zusammen.

Hyperloop
Zusammen mit seinem Freund Larry Page, dem Chef von Google, entwickelte Musk die Vision eines alternativen Verkehrsmittels: Transportkapseln sollen durch Druckluftröhren schießen und so auch lange Strecken in kurzer Zeit bewältigen. Mehrere hochrangige Ingenieure von Space X und Tesla erarbeiten derzeit ein Konzept.