Tesla

Bisland tankten Tesla-Fahrer an den so genannten Superchargern des US-Unternehmens kostenlos. - Bild: Tesla

Mit dem Schritt sollen Umsätze für das Netzwerk an Stromzapfstellen eingespielt und zudem der Produktstart einer relativ preiswerten Massenlimousine eingeläutet werden.

Tesla gewann einst viel Zuspruch für seine eigenen Gratis-Stationen, mit denen die 66.000 Autos des US-Konzerns viel schneller aufgeladen werden können als an konventionellen E-Tankstellen. Zwar nahm Tesla für sein Netzwerk viel Geld in die Hände, hatte diese Investitionen aber immer damit gerechtfertigt, dass andere Autobauer Unsummen ins Marketing und Kaufanreize steckten.

Der Autohersteller aus dem Silicon Valley räumte seinen Kunden die Gratisnutzung vor vier Jahren ein und expandierte damit nach Europa und Asien. Doch für Käufer nach dem 1. Januar hat es damit ein Ende. Sie müssen sich mit 400 Gratis-Kilowattstunden jährlich begnügen, was einer Reichweite von rund 1.000 Kilometern entspricht. "Darüber hinaus wird für unsere Ladestationen eine geringe Gebühr fällig, die aber weiterhin geringer ausfällt als für einen vergleichbaren Verbrennungsmotor", schreibt Tesla auf seiner Homepage.

Auch GM und BMW liefern keinen Gratisstrom

Die meisten Verkäufer von E-Autos, darunter General Motors und BMW, überlassen es ihren Kunden, zu Hause aufzutanken, öffentliche Ladestationen zu benutzen oder auf unabhängige Stromlieferanten zu setzen.
Eigentlich sollten die Tesla-Ladestationen Fahrern auf langen Strecken die Möglichkeit geben, ihr Auto schnell aufzuladen. Doch an diesen Stationen stauen sich vermehrt die Tesla-Fahrzeuge. Die genauen Kosten fürs Aufladen, die je nach Uhrzeit und Region schwanken können, werden noch vor Jahresende bekannt gegeben.

Die jetzigen Änderungen betreffen keine Käufer, die vor dem 1. Januar bestellen und ihr Fahrzeug bis zum 1. April erhalten. Der Schritt des Managements kommt vor Auslieferung der neuen Model 3, mit dem CEO Elon Musk die Fahrzeugfertigung bis 2018 von derzeit 50.000 auf 500.000 Stück heraufkatapultieren will. Das kostet kräftig Kapital, wobei der Finanzbedarf durch den wahrscheinlichen Kauf von Solarcity noch verstärkt werden dürfte. Musk ist bei Solarcity Chairman.

Das Tesla-Netzwerk von Schnell-Ladestationen verfügt weltweit über 734 Standorte. Der immense Ausbau der Autofertigung drückt auf die Kapazitäten dieses Netzwerks und Tesla sorgt sich deshalb um die Verfügbarkeit dieses Angebots für die Käufer. Allein für das Model 3 hat Tesla nach eigenen Angaben 373.000 Vorbestellungen.

Aus diesem Grund will Tesla jetzt auch die Zahl der Ladestationen kräftig ausbauen. "Wenn wir das nicht schaffen, könnten unsere Kunden unzufrieden werden, was sich negativ auf unseren Fahrzeugverkauf auswirken würde."

Erstmals deutete Musk auf der Hauptversammlung 2015 Änderungen beim Ladenetzwerk an. Er klagte über manche Menschen, die das System "missbrauchen" würden, indem sie täglich aufladen würden und nicht einfach auf die Schnelle, um von Stadt zu Stadt zu gelangen. Genau aus diesem Grund komme es zu Staus vor den Stationen. Eigentlich seien diese Ladestationen für längere Strecken gedacht. Seit April 2015 war es üblich, dass alle Tesla-Fahrer umsonst an den Ladestationen auftanken konnten.