Tesla S Elektroauto

Die amerikanische Testzeitschrift Consumer Reports empfiehlt das Tesla Model S nicht mehr zum Kauf, nachdem Fahrer dem Magazin von Problemen mit dem Elektroauto berichtet haben. Für den aufstrebenden Produzenten Tesla ist das ein herber Rückschlag, steht doch seine Reputation als Hersteller qualitativ hochwertiger Autos in Frage. - Bild: Tesla

Für den aufstrebenden Produzenten Tesla ist das ein herber Rückschlag, steht doch seine Reputation als Hersteller qualitativ hochwertiger Autos in Frage.

Die Kehrtwende des Magazins kommt überraschend. Bislang hatte die Testzeitschrift sich stark für die Marke Tesla eingesetzt. Berichte über diverse Probleme, die von Schwierigkeiten beim Laden der Autos bis zu undichten Sonnendächern reichen, ließen das Magazin aber umdenken.

An der Börse schlug das ein wie eine Bombe: Tesla-Aktien verloren am Mittwoch im Handelsverlauf 11 Prozent an Wert, um dann mit einem Minus von 6,6 Prozent zu schließen. Das ist der niedrigste Kurs seit April.

Tesla hatte sich im Marketing seines Elektroautos stark auf die Empfehlung im Consumer Reports gestützt. Die Autos kosten mindestens 76.000 Dollar und nutzen eine Batterietechnologie, die recht neu ist und mit der wenige Erfahrungen vorliegen. In einem Test zu Beginn des Jahres waren die Tester des Magazins noch voll des Lobes: Sie schrieben, die Premium-Variante P85D des Model S habe sich im Test so gut geschlagen, dass mit 103 Punkten das Ratingschema des Magazins gesprengt worden sei.

Der Chef des Autotestbereichs, Jake Fisher, sagte, die Zeitschrift stehe zu ihrem Urteil, was die Fahrqualitäten des Autos angeht. Inzwischen sei die Prognose zur Zuverlässigkeit des Autos aber auf einen unterdurchschnittlichen Wert gefallen. Das Magazin hat dazu 1.400 Fahrer des Elektrowagens befragt.

In einer Stellungnahme betonte Tesla, der Autobauer stehe in engem Kontakt zu seinen Kunden und könne deshalb schnelle Problemlösungen auf den Weg bringen. Über Funk lasse sich zudem mit Updates die Software umprogrammieren, so dass die meisten Fehler beseitigt werden könnten, ohne dass Kunden in die Werkstatt fahren müssten.

Zu den Problemen gehören neben dem undichten Sonnendach auch eine quietschende oder knatternde Karosserie und ein Zentralbildschirm, dessen Anzeige einfriert und nicht mehr per Touch-Display gesteuert werden kann.

"Das ist ein Auto mit tollen Leistungen, wenn es zu 100 Prozent funktioniert", sagte Fisher. Tesla habe im Laufe der Zeit immer mehr Funktionen und Optionen eingeführt. Das mache die Montage des Autos kompliziert und erhöhe das Risiko, dass etwas schief laufe. Auch weil Tesla neue Modelle am Start hat oder bringt, könne die Zuverlässigkeit der Fahrzeuge weiter leiden.

Tesla hat im vergangenen Jahr 31.000 Model S weltweit verkauft und liegt im Plan, diesen Absatz im laufenden Jahr zu übertreffen. Derzeit läuft die Markteinführung des elektrisch angetriebenen SUV Model X. Ein preisgünstigeres Fahrzeug Model 3 ist für 2017 geplant.