Warmbandcoil aus Stahl: Mit Leichtbaustoffen versuchen die Autokonzerne den gestiegenen Stahlkosten

Warmbandcoil aus Stahl: Mit Leichtbaustoffen versuchen die Autokonzerne den gestiegenen Stahlkosten entgegenzuwirken (Bild: SMS Group).

Die gestiegenen und stark schwankenden Stahlkosten erschweren dem Automobilhersteller Audi die Kalkulation.

FRANKFURT (Dow Jones/ks)–Leichtbaumaterialien wie Aluminium werden “an Bedeutung gewinnen”, sagte Audi-Einkaufschef Ulf Berkenhagen der “Financial Times Deutschland” (FTD – Freitagausgabe). Stahl werde jedoch auch in Zukunft eine erhebliche Rolle im Fahrzeug spielen.

Die drei großen Bergbaukonzerne legen die Eisenerzpreise inzwischen quartalsweise statt jährlich fest, der Erzpreis orientiert sich nun am stark schwankenden Spotmarkt. Diese versuchen die Stahlhersteller an die Autokunden weiterzugeben. Dem will Audi entgegenwirken. “Wir streben langfristige Vereinbarungen an, soweit wir uns das leisten können”, sagte Berkenhagen.

“Ich sehe Carbon derzeit noch nicht in der Massenfertigung”, erteilte der Audi-Einkaufschef dem Werkstoff eine Absage. Er zweifelt damit laut FTD unausgesprochen an der Strategie des Konkurrenten BMW. “Eine Kleinserie aus Carbon kann sich jeder größere Autobauer leisten”, sagte Berkenhagen.

Der Konkurrent BMW will sein Elektrofahrzeug Megacity Vehicle 2013 auf den Markt bringen, dessen Fahrgastzelle aus Kohlefaser bestehen soll. Dazu haben die Münchener das Gemeinschaftsunternehmen SGL Automotive Carbon Fibers LLC gegründet, an dem der Carbonspezialist SGL 51% der Anteile und BMW 49% hält.

Aufgrund der überwältigenden Nachfrage aus China kämpft Audi derzeit gegen Versorgungsengpässe. “Momentan ist es schwierig, alle Materialien zu bekommen, die wir für die Produktion benötigen”, sagte Berkenhagen. “Ende des Jahres erwarte ich, dass alles wieder reibungslos läuft. Bei den Halbleitern kann es eventuell noch etwas länger zu Engpässen kommen.” Dennoch habe dies keine nennenswerten Auswirkungen auf die Produktion.

Mittelfristig wünsche Berkenhagen, mehr Teile in China einzukaufen – beispielsweise Airbags oder Teile für die Klimaanlage. “Die Industrie, die dort entsteht, sollte auch für einen Premiumhersteller Vorteile bringen”, sagte Berkenhagen. Derzeit bezieht Audi laut FTD weniger als 5% des Einkaufsvolumens aus der Volksrepublik.