Thyssen-Krupp will nun auch im Werk Neuwied den Rotstift ansetzen. Grund ist anscheinend vor allem

Thyssen-Krupp will nun auch im Werk Neuwied den Rotstift ansetzen. Grund ist anscheinend vor allem die Nachfrage nach elektrolytisch verzinktem Feinblech (Bild: ThyssenKrupp).

von Hendrik Varnholt, Dow Jones

(ks). Die Entscheidung ist nach Angaben des Konzerns Teil der Sparbemühungen bei der europäischen Stahlsparte Steel Europe. Geschäftsführung und Betriebsräte hätten sich auf einen Interessenausgleich geeinigt, berichtete Thyssen-Krupp. Betriebsbedingte Kündigungen seien in der Vereinbarung nicht vorgesehen.

Der Konzern begründete die Werksschließung bei der Tochter Thyssen-Krupp Rasselstein mit der “schwierigen Situation auf dem Stahlmarkt”. Insbesondere im Geschäft mit Autoblechen seien “Einsparungen am Thyssen-Krupp-Standort Neuwied unumgänglich”. Vor allem die Nachfrage nach elektrolytisch verzinktem Feinblech gehe seit längerer Zeit zurück. Solche Produkte stellt Thyssen-Krupp unter anderem in Neuwied her. Das dortige Werk sei aus dem Grund zuletzt deutlich unterausgelastet gewesen, berichtete der Konzern.

Die wichtigsten Produktionsanlagen des Werks in Neuwied sollen den Angaben zufolge bis zum Ende des Jahres außer Betrieb gehen. Einige Betriebsteile will Thyssen-Krupp in sein Werk im benachbarten Andernach verlegen. Dort sollten auch “möglichst viele Neuwieder Mitarbeiter” weiterbeschäftigt werden, berichtete der Konzern. Es sei aus dem Grund vorgesehen, die Wochenarbeitszeit in Andernach von 2015 an zu reduzieren. “In den nächsten Jahren” soll die Zahl der Stellen in Andernach und Neuwied den Angaben zufolge gleichwohl um rund 420 zurückgehen. Bislang arbeiten im Werk Neuwied rund 320 Mitarbeiter. Thyssen-Krupp Rasselstein beschäftigte nach eigenen Angaben Ende September des vergangenen Jahres insgesamt 2.373 Mitarbeiter.

Der Konzern will mit seinem “Best-in-Class Reloaded” genannten Sparprogramm im europäischen Stahlgeschäft insgesamt rund 2.000 Stellen abbauen. Bis zum Geschäftsjahr 2014/2015 sollen die Kosten der Sparte damit um rund 500 Mio Euro sinken.