Stahlwerk, Arbeiter

Kommt es zur Stahlfusion zwischen Thyssen und Tata? - Bild: Pixabay

"Der Vorstand befindet sich aktuell in Gesprächen über strategische Optionen", sagte ein Thyssen-Sprecher. Der Konzern verschiebe deshalb die Sitzung des Aufsichtsrats, um diesen über den Stand der Gespräche adäquat informieren zu können.

Der Sprecher bestätigte, dass die Gespräche mit Tata konstruktiv verliefen und die Verhandlungen auf der Zielgeraden seien. Das Unternehmen erwarte, die Zustimmung der Gremien zu erhalten. Eine Einigung sei noch diesen Monat möglich.

Zuvor hatte das Manager Magazin berichtet, Thyssen und Tata stünden unmittelbar vor dem Zusammenschluss ihrer beiden Stahlsparten. In den zuletzt intensiv geführten Verhandlungen sei ein Durchbruch erzielt worden.

Das Manager Magazin schreibt weiter, der ursprünglich schon für diese Woche vorgesehene Beschluss im Aufsichtsrat könne voraussichtlich am 23. oder 24. September erfolgen. Dazu war bei Thyssen keine Bestätigung zu erhalten.

Widerstand der Arbeitnehmervertreter

Thyssen will seine Stahlsparte in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem europäischen Stahlableger der indischen Tata-Gruppe einbringen. Die Unternehmen erhoffen sich dadurch Synergien und eine Wertsteigerung. Die Arbeitnehmervertreter hatten sich allerdings gegen eine solche Transaktion ausgesprochen.

Die mögliche Zusammenlegung der Stahlgeschäfte von Thyssenkrupp und Tata hatte im August bereits eine wichtige Hürde genommen. Die Inder unterzeichneten in Großbritannien eine Vereinbarung über ihre hohen Pensionsverpflichtungen. Damit werden die Pensionsansprüche der Mitarbeiter an einen Fonds übertragen, so dass sie nicht mehr als teure Mitgift in eine Ehe mit Thyssen eingehen würden.

Thyssenkrupp will den Konzern umbauen und sich künftig stärker auf das stabilere Industriegüter- und Dienstleistungsgeschäft konzentrieren. Seit rund eineinhalb Jahren schon verhandelt der Konzern deswegen mit Tata Steel über eine Zusammenlegung des europäischen Stahlgeschäfts.

Vor allem die milliardenschweren Pensionslasten in Großbritannien galten als eines der größten Hindernisse auf dem Weg zu einem europäischen Stahlriesen. Die deutschen Arbeitnehmer fürchten aber den Verlust von Arbeitsplätzen in Deutschland. Tata hat in Großbritannien eine Bestandsgarantie gegeben, so dass eine mögliche Restrukturierung vor allem diesseits des Ärmelkanals ansetzen müsste.