Thyssenkrupp Gebäude

Thyssenkrupp muss sich auf hohe Kosten für die Aufspaltung einstellen. - Bild: Pixabay

Im neuen Geschäftsjahr 2018/19 (per Ende September) würden der Jahresüberschuss sowie der freie Mittelzufluss nach vorläufigen Berechnungen mit einem höheren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag belastet. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Über die Spaltung soll die Hauptversammlung im Januar 2020 abstimmen.

Ergebnissteigerungen sollen die Belastungen überkompensieren

Der von Thyssenkrupp vorgesehene Zeitplan sieht dabei vor, dass die neuen Unternehmen zum 1. Oktober 2019 weitgehend operativ selbstständig aufgestellt werden sollen. Den Spaltungsbericht will der Konzern dabei zur Bilanzpressekonferenz im kommenden Jahr vorlegen.

Über die Besetzung der beiden Vorstandsteams soll im Frühjahr 2019 entschieden werden. Thyssenkrupp erhofft sich durch die Teilung eine Wertsteigerung der einzelnen Geschäfte, etwa durch die Hebung stiller Reserven im Aufzuggeschäft. Zudem sollen die Unternehmen einzeln wettbewerbsfähiger werden und schnellere Entscheidungen treffen können.

Trotz der Belastungen erwartet Thyssenkrupp für das neue Jahr einen deutlich höheren Jahresüberschuss im Vergleich zum Vorjahr. Ergebnissteigerungen der fortgeführten Geschäfte sowie positive Effekte aus dem erwarteten Abschluss des Stahl-Gemeinschaftsunternehmen mit Tata Steel sollen die Belastungen überkompensieren, hieß es.

In der Prognose für das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) sind die Ergebnisse des Stahlgeschäfts nicht mehr enthalten. Das Gemeinschaftsunternehmen, dessen Genehmigung durch die europäische Wettbewerbsbehörde immer noch aussteht, sieht Thyssenkrupp dabei im Plan.

Die Prognose wurde zum zweiten Mal gesenkt

Im fortgeführten Geschäft erwartet Thyssenkrupp für das bereinigte Ebit einen Anstieg von vergleichbar 706 Millionen auf mehr als 1 Milliarde Euro. Zu der Steigerung sollen auch die geplanten Einsparungen beitragen.

Im vergangenen Geschäftsjahr sank der Jahresüberschuss bereinigt um die verkauften Stahlaktivitäten in Amerika von 271 Millionen auf 60 Millionen Euro. Probleme bei Projekten im Anlagen- und Schiffbaugeschäft, Qualitätsprobleme bei der Komponentensparte, hohe Rohstoffkosten bei Aufzügen sowie Rückstellungen für das laufende Stahl-Kartellverfahren waren der Grund dafür.

Thyssenkrupp hatte deswegen Anfang November zum zweiten Mal die Prognose gesenkt. Der Jahresüberschuss fiel nochmals niedriger als von Thyssenkrupp mit zuletzt etwa 100 Millionen Euro prognostiziert aus. Die Aktionäre sollen trotzdem eine unveränderte Dividende von 0,15 Euro je Aktie erhalten.

Das bereinigte Ebit sank von 1,72 auf 1,55 Milliarden Euro. Ursprünglich hatte sich Thyssenkrupp einmal eine Bandbreite von 1,8 bis 2 Milliarden Euro beim Ebit gesetzt. Dabei erreichte der Konzern mit 890 Millionen Euro höhere Einsparungen als ursprünglich mit 750 Millionen Euro geplant.

Wissen, was die Industrie bewegt!

Alles zu Industrie 4.0, Smart Manufacturing und die ganze Welt der Technik.

Newsletter gratis bestellen!