Heinrich Hiesinger

Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger bestätigt den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr. Zudem ist er positiv gestimmt für die weltweiten Automärkte und sieht auch in China wieder Wachstum. - Bild Thyssenkrupp

Zudem ist er positiv gestimmt für die weltweiten Automärkte und sieht auch in China wieder Wachstum. Eine Konjunkturkrise im Reich der Mitte erwartet er nicht. Ein IPO der Aufzugssparte schließt er allerdings kategorisch aus.

Gegenüber der "Euro am Sonntag" (Sonntagsausgabe) sagte er: "Die Prognose steht. Sie beruht aber auf der Annahme, dass sich die Werkstoffmärkte im zweiten Halbjahr stabilisieren". Das Umfeld werde unsicherer, räumte Hiesinger wenige Tage vor der Hauptversammlung des Unternehmens am kommenden Freitag ein. Größter Unsicherheitsfaktor seien die anhaltenden Exporte chinesischer Stahlhersteller nach Europa: "Das macht uns am meisten Sorgen".

Für die Automärkte geht Hiesinger von einer positiven Entwicklung im laufenden Jahr aus: "Ich rechne damit, dass sich der Automarkt weiter gut entwickelt". Im weltgrößten Automobilmarkt, in China, sehe man seit dem Herbst wieder Wachstum: "Das dürfte sich fortsetzen". Vor allem in den USA laufe das Geschäft mit Automobilkomponenten robust. Auch in Europa werde der Automobilmarkt 2016 leicht wachsen. Thyssenkrupp erwirtschaftete im Geschäftsjahr zum Ende September knapp ein Viertel der rund 43 Milliarden Euro Konzernumsatz mit Stahl und Komponenten für die Automobilbranche.

An eine Konjunkturkrise in China glaubt der Thyssenkrupp-Chef nicht, die Sorgen seien übertrieben. "Wir sehen zur Zeit keine generelle Krise, sondern eine Abschwächung des Wachstums. Auch wenn es Richtung fünf Prozent Wachstum geht, ist das unserer Meinung nach gesund und solide", sagte Hiesinger gegenüber der Zeitung.

Einen Börsengang der Aufzugsparte schloss der Vorstand aber kategorisch aus: "Wir wollen das Wertsteigerungspotenzial dieses stabilen Geschäfts für Thyssenkrupp heben". Wettbewerber wie die finnische Kone oder die Schweizer Schindler sind ebenfalls börsennotiert. Das Aufzuggeschäft ist der größte Gewinnbringer des Konglomerates aus Stahlerzeugung und Industriegüterbereichen. Ziel sei es, den operativen Gewinn der Aufzugsparte auf eine Milliarde Euro im Jahr zu steigern. Zuletzt erwirtschaftete das Geschäft rund 800 Millionen Euro Ebit.