U-Boot Thyssenkrupp

Eigentlich wollte Thyssenkrupp für mehr als 30 Milliarden Euro U-Boote nach Australien verkaufen - daraus wird nun leider nichts. - Bild: Thyssenkrupp

Die Regierung des Landes hat sich entschieden, den Bau von zwölf konventionell angebotenen U-Booten an den französischen Wettbewerber DCNS zu vergeben. Der Auftrag hat ein Volumen von 50 Milliarden australische Dollar - umgerechnet etwa 34 Milliarden Euro.

Die Aktie von Thyssenkrupp gibt im frühen Handel um 3,6 Prozent nach. "Hier macht sich die gute Industriepolitik der Franzosen bezahlt", sagte ein Aktienhändler. An DCNS sei Thales zu 35 Prozent beteiligt, 64 Prozent halte der französische Staat und 1 Prozent die Belegschaft, heißt es.

Die Regierung hat rund sechs Monate lang die konkurrierenden Offerten der Deutschen und der Franzosen sowie aus Japan abgewogen. Neben Thyssen schaut auch das japanische Konsortium um Mitsubishi Heavy Industries Ltd in die Röhre.

Malcolm Turnbull
Der australische Premierminister Malcolm Turnbull. Bild: Eva Rinaldi/Flickr

"Wir sichern die Zukunft der australischen Marine", sagte Premierminister Malcolm Turnbull am Dienstag in Adelaide, wo die U-Boote gebaut werden sollen. "Das französische Angebot passt am besten zu den Bedürfnissen Australiens."

DCNS baut für die Australier eine konventionell angetriebene Version der Barracuda-Klasse. Die Japaner waren mit der Soryu-Klasse ins Rennen gegangen, gebaut von Mitsubishi Heavy and Kawasaki Shipbuilding.

Thyssenkrupp hatte den Australiern ein U-Boot angeboten, das an die Anforderungen des Landes angepasst wurde. Dazu gehört vor allem die Langstreckentauglichkeit, um das riesige Meeresgebiet Australiens abdecken zu können.

Thyssenkrupp Marine Systems, einer der größten Hersteller konventionell angetriebener U-Boote, war nach einem Bericht des Wall Street Journal vorige Woche als Favorit gehandelt worden, nachdem das Unternehmen versprochen hatte, bestimmte hochentwickelte Fertigkeiten nach Australien zu transferieren, wo die Boote gebaut werden sollen.