Beim Verkauf der Metallumformsparte von ThyssenKrupp zeichnet sich nach Angaben aus Unternehmenskreisen ein Zuschlag für den chinesischen Stahlhersteller Shougang Group ab.

Von Martin Rapp, Dow Jones

DÜSSELDORF (ks)–Shougang werde unter mindestens zwei Interessenten intern als Käufer favorisiert und sei in den Verhandlungen am weitesten fortgeschritten, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen zu Dow Jones Newswires.

Die Chinesen sind aber nicht als Einzige im Rennen um den Bereich, der rund 5.500 Menschen beschäftigt. Auch ein britischer Finanzinvestor sei interessiert, hieß es in den Unternehmenskreisen. Der Verkauf der Sparte könnte einen deutlich dreistelligen Millionen-Euro-Betrag bringen, sagte eine der informierten Personen. Ein Sprecher der zuständigen ThyssenKrupp-Stahlsparte wollte am Donnerstag unter Verweis auf das laufende Verkaufsverfahren die Informationen nicht kommentieren.

Die Sparte der in Duisburg und Essen ansässigen ThyssenKrupp AG stellt unter anderem Karosseriekomponenten für die Automobilindustrie her. Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt in Deutschland, Großbritannien und Frankreich. ThyssenKrupp ist schon länger mit der Restrukturierung der Sparte beschäftigt; allein im Geschäftsjahr 2008/09 (Ende 30. September) fielen dafür Kosten von fast 60 Mio Euro an.

Indes scheint der Industriekonzern auch in kleineren Bereichen sein Portfolio weiter bereinigen zu wollen. Wie zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen zu Dow Jones Newswires sagten, soll die in Emden ansässige Fahrzeugtechnik GmbH ebenfalls verkauft werden. Hier würden derzeit Gespräche mit mehreren Interessenten geführt, hieß es.

Bei dem Unternehmen mit etwas mehr als 100 Beschäftigten werden Militärfahrzeuge instandgesetzt, repariert und gewartet. Unter anderem wird der in der Bundeswehr weit verbreitete Radpanzer “Fuchs” betreut, der vom Rüstungskonzern Rheinmetall hergestellt wird. Von ThyssenKrupp war zu den Verkaufsplänen kurzfristig kein Kommentar zu erhalten.