Hohe und schwankende Rohstoffpreise setzen den Stahlmarkt weiter unter Druck (Bild: WV Stahl).

Hohe und schwankende Rohstoffpreise setzen den Stahlmarkt weiter unter Druck (Bild: WV Stahl).

FRANKFURT (Dow Jones/ks)–Dieses Zwischenfazit zog Matthias Gierse, Leiter Vertrieb Industrie bei der ThyssenKrupp Steel Europe AG, am Dienstag auf dem 5. Dow Jones Stahl Tag in Frankfurt. Der größte deutsche Stahlproduzent setzt dabei auf neue Kontraktmodelle, die am Markt bereits etabliert seien: Zum einen auf langfristige Vertragslaufzeiten in Kombination mit einem so genannten “Rohstoffanhänger”, zum anderen auf feste Vertragsvereinbarungen nur noch innerhalb einer kürzeren Laufzeit über maximal ein Quartal. “Hier sind wir mit einigen unserer Kunden bereits zu Vertragsabschlüssen gekommen”, sagte Gierse.

“Es geht kein Weg daran vorbei, dass gewisse Anpassungen bei der Vertragsgestaltung notwendig sind”, machte der Manager deutlich. Denn durch das neue Quartalspreissystem für Eisenerz und Kokskohle habe die Volatilität am Markt stark zugenommen. “Es gibt keine Anzeichen dafür, dass diese Volatilität in den kommenden Jahren abnehmen wird”, blickte er in die Zukunft. Preise seien heute kaum mehr vorhersehbar. Im Rahmen eines “Rohstoffanhängers” trage der Kunde einen Teil des Risikos mit. Der deutsche Stahlkonzern sei prinzipiell weiterhin sehr stark an langfristigen Kundenbeziehungen und langfristigen Verträgen interessiert.

Die weitere Entwicklung auf den Stahlmärkten sei nicht abzusehen. “Im Grunde weiß keiner, wie es weitergehen wird. Das hängt zum Teil auch davon ab, ob künftig Preisderivate als Instrumente am Markt eingeführt werden”, so Gierse weiter. Aktuell sei eine Absicherung von Kokskohle und Eisenerz über Finanzinstrumente nicht möglich. Klar sei allerdings, dass die Nachfrage nach Eisenerz auch in den kommenden Jahren hoch sein werde. ThyssenKrupp Steel sei auf die Belieferung mit hochwertigen Eisenerzgüten aus Brasilien und Australien angewiesen.