Thyssenkrupp will mit dem Verkauf der Edelstahlsparte seine Schulden reduzieren. Der

Thyssenkrupp will mit dem Verkauf der Edelstahlsparte seine Schulden reduzieren. Der Geschäftsbereich hatte zuletzt fast 6 Mrd Euro umgesetzt und war dank der anziehenden Konjunktur wieder profitabel (Bild: Thyssenkrupp).

Von Eyk Henning, Jan Hromadko und Martin Rapp, Dow Jones Newswires

DÜSSELDORF (Dow Jones/ks)–Bevorzugte Variante sei weiterhin der Börsengang, der aber wohl nicht mehr in diesem Jahr stattfinden dürfte. Jedoch sollen auch alle anderen Möglichkeiten der Trennung geprüft werden. Der DAX-Konzern hofft den Kreisen zufolge auf einen Verkaufserlös von rund 3 Mrd Euro.

In zwei bis drei Wochen könnte eine Entscheidung über die Bankenmandate gefallen sein, sagte eine Person aus dem Umfeld des Unternehmens. Die Institute sollten alle Optionen, also Börsengang, Teilverkauf und Verkauf, vorantreiben. Im Konzern werde allerdings ein Börsengang bevorzugt. In den Finanzkreisen hieß es, dass einem IPO größere Erfolgschancen eingeräumt werden, weil das Edelstahlgeschäft für Private-Equity-Investoren zu zyklisch sei und mögliche Interessenten auf Seiten der Konkurrenz Probleme mit den Kartellbehörden bekommen könnten.

Immer wieder war in der Vergangenheit über ein mögliches Zusammengehen der Edelstahlsparte von Thyssenkrupp mit den Wettbewerbern von ArcelorMittal, der finnischen Outokumpu oder der spanischen Acerinox spekuliert worden. Bis 2009 hatten die Deutschen versucht, für das von schwankenden Nickelpreisen und unter Überkapazitäten leidende Geschäft einen Partner zu finden, sie hatten sich dann für eine Fortführung des Geschäfts in Eigenregie entschieden.

Der neue Vorstandsvorsitzende Heinrich Hiesinger hatte den Bereich dann im Mai zusammen mit anderen Segmenten zur Disposition gestellt und folgt damit dem Beispiel von ArcelorMittal. Der weltgrößte Thyssenkrupp-Wettbewerber hatte sein Edelstahlgeschäft in Aktien gestückelt und Anfang des Jahres an seine Aktionäre verteilt. Im Unternehmen wird erwartet, dass die Abspaltung bei ThyssenKrupp ähnlich lange wie bei ArcelorMittal dauern wird. “Das hat dort ein Jahr gedauert”, hieß es. Für den Fall eines Börsengangs hatte Hiesinger angekündigt, einen “nennenswerten” Anteil behalten zu wollen.

Laut den mit der Sache vertrauten Personen bei den Banken wird der Wert des Bereichs auf 3 Mrd Euro taxiert. Im Unternehmen hieß es, dieser Betrag “kommt locker hin”. Die Thyssenkrupp AG will mit den Verkäufen die Nettoverschuldung, die Ende März bei 6,5 Mrd Euro lag, reduzieren. Dafür will der Ruhrkonzern Geschäfte mit einem Umsatz von rund 10 Mrd Euro abgeben, knapp ein Viertel der Erlöse des im September beendeten Geschäftsjahres.

Ein Thyssenkrupp-Sprecher wollte die Informationen nicht kommentieren.