Heinrich Hiesinger

ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger hat für einen möglichen Verkauf des Stahlwerks in Brasilien jetzt freie Hand. - Bild: Thyssenkrupp

Das teilte Thyssenkrupp mit und bestätigte damit, was Dow Jones Newswires im Vorfeld bereits von einer mit der Sache vertrauten Person erfahren hatte. Die Übernahme der Anteile erfolge zu einem symbolischen Kaufpreis in Kombination mit einem Besserungsschein für den Fall eines Verkaufs von CSA. Die Transaktion führt bei Thyssenkrupp nach eigenen Angaben zu keinem Finanzierungsbedarf.

Mit der Übernahme erhöht Thyssenkrupp seinen Handlungsspielraum für die weitere Entwicklung von CSA, denn das Unternehmen will das brasilianische Werk bereits seit Längerem veräußern. Mit dem Ausstieg von Vale aus dem Joint Venture dürfte es für den Konzern leichter werden, einen Abnehmer zu finden. In der Vergangenheit hatte die komplexe Vertragsgestaltung als ein Hindernis beim Verkauf gegolten.

Thyssenkrupp hatte das brasilianische Werk im Jahr 2010 eingeweiht. Die Amerika-Expansion des Konzerns entwickelte sich aber zu einem Desaster. Von den rund 12 Milliarden Euro, die Thyssenkrupp in das Werk in Brasilien und in eine inzwischen verkaufte Anlage im US-Bundesstaat Alabama investierte, musste der Konzern einen großen Teil abschreiben. Zuletzt bereiteten dem Konzern Produktionsausfälle und ein zunehmender Preisdruck in Brasilien Probleme. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres schrieb das Werk in dem Land einen operativen Verlust von 74 Millionen Euro.