Thyssenkrupp, Zentrale

Die Stimmung in der Thyssenkrupp-Zentrale muss gut sein. Der Konzern hat die Erwartungen vieler Analysten übertroffen. - Bild: Thyssenkrupp

Alle Geschäftsbereiche trugen zum Wachstum bei. Die im Vorquartal erhöhte Jahresprognose bestätigte der DAX-Konzern.

Der Umsatz legte im Quartal um 14 Prozent auf 10,725 Milliarden Euro zu, während Analysten dem DAX-Konzern lediglich 10,685 Milliarden Euro zugetraut hatten. Der bereinigte operative Gewinn (EBIT) kletterte dank einer steigenden Marge überproportional auf 620 Millionen Euro, ein Plus von 41 Prozent.

Hier hatten die Beobachter im Konsens nur mit 504 Millionen Euro gerechnet. Unter dem Strich stand ein Periodengewinn von 134 Millionen Euro, 10 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Lediglich nach Dritten fiel das Ergebnis um 10 Prozent auf 120 Millionen Euro. Das hängt mit dem Verkauf des Bereichs CSA zusammen, dessen Verluste im Vorjahreszeitraum teils noch vom Thyssen-Partner Vale getragen wurden, was den Gewinn des DAX-Konzerns damals künstlich aufblähte.

Thyssen profitierte nun von einer guten Nachfrage, die die Auftragseingänge im Quartal um 14 Prozent steigen ließ. "In den ersten neun Monaten haben wir neue Aufträge für mehr als 32 Milliarden Euro erhalten. Das ist der beste Wert seit Beginn der Strategischen Weiterentwicklung, sagte Thyssenkrupp-Vorstandschef Heinrich Hiesinger.

Aufzugsgeschäft ist der Gewinn-Garant

Den größten Gewinnbeitrag erbrachte operativ auch jetzt wieder das Aufzugsgeschäft, das sein bereinigtes EBIT von 225 auf 240 Millionen Euro steigerte. Das Stahlgeschäft leistete dank höherer Preise jetzt erstmals mit 232 Millionen Euro wieder einen bedeutenden Beitrag, nachdem es im Vorjahreszeitraum nur 91 Millionen Euro bereinigtes EBIT waren.

Das Sorgenkind Industrial Solutions blieb zwar mit einem bereinigten EBIT von 6 Millionen Euro weit hinter dem Vorjahreswert zurück, beim Auftragseingang zeigte sich hier aber eine Trendwende: Die Auftragseingänge legten hier im dritten Quartal auf über 1 Milliarde Euro von 541 Millionen zu.

Die Jahresprognose bestätigte Thyssen. Das Unternehmen rechnet weiter mit einem bereinigten EBIT von 1,8 Milliarden Euro. Diese Prognose hatte der DAX-Konzern im Mai von 1,7 Milliarden Euro angehoben, nach 1,5 Milliarden Euro im Vorjahr. Das bereinigte operative Ergebnis der fortgeführten Aktivitäten, also ohne das inzwischen verkaufte Stahlwerk in Brasilien, wird bei 1,7 Milliarden Euro gesehen. Unter dem Strich rechnet Thyssenkrupp wegen der Belastung aus dem Verkauf des Werks mit einem deutlichen Minus. Beim Verkauf war eine Wertberichtigung von 900 Millionen Euro notwendig geworden.

Thyssenkrupp will weiter Kosten senken

Thyssen steht vor einem weiteren Umbau, und mit Spannung wird jede Aussage zu einer möglichen Kombination des Stahlgeschäfts mit Tata Europe erwartet. Dazu gab es in der Mitteilung zu den Quartalszahlen aber keinen Hinweis.

Es hieß lediglich, die Werkstoffgeschäfte von Thyssen hätten im Quartal das erforderliche Mindestniveau zur Deckung der Kapitalkosten erreicht.

"Die großen Schwankungen von einem Quartal zum anderen zeigen jedoch einmal mehr, dass die Richtung unserer Strategischen Weiterentwicklung stimmt. Wir stärken den Ausbau unserer Industriegüter- und Dienstleistungsgeschäfte, wir investieren in Forschung und Entwicklung und werden weiter über alle Geschäfte hinweg an unseren Kosten arbeiten. So werden wir in Zukunft stabilere Ergebnisse erwirtschaften und profitabel wachsen", sagte Thyssen-Chef Hiesinger.