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Thyssenkrupp hat einen Abnehmer für sein verlustträchtiges brasilianisches Stahlwerk CSA gefunden. - Bild: Thyssenkrupp

Beide Parteien streben einen Abschluss der Transaktion bis Ende September an.

Mit dem Mittelzufluss kann der Konzern seine Nettofinanzschulden nach eigenen Angaben signifikant verringern. Obwohl eine Wertberichtigung auf CSA in Höhe von rund 0,9 Milliarden Euro notwendig sei, werde sich das Verhältnis von Netto-Finanzschulden zum Eigenkapital mit Abschluss der Transaktion verbessern, hieß es.

Der Verkauf soll rückwirkend zum 30. September vergangenen Jahres erfolgen. Bis zum Vollzug der Transaktion wird die Business Area Steel Americas als "nicht fortgeführtes Geschäft" ausgewiesen. Der Verkauf wird laut Thyssenkrupp entsprechende Auswirkungen auf den Jahresüberschuss haben. Darüber hinaus erwartet der Konzern aus der Transaktion für seine fortgeführten Aktivitäten keinen Einfluss auf die Ziele für das bereinigte EBIT und den freien Cashflow vor Fusionen und Übernahmen für das laufende Geschäftsjahr.

Amerika-Desaster für Thyssenkrupp

Dow Jones Newswires hatte unter Berufung auf mit der Sache vertrauten Personen bereits über die Verhandlungen von Thyssenkrupp mit Ternium über den Verkauf des Brasilien-Werks berichtet. Ternium ist ein Hersteller von Flach- und Langstahlprodukten mit Hauptsitz in Luxemburg und Aktivitäten in Südamerika.

Thyssenkrupp hatte auf dem amerikanischen Kontinent einst große Pläne: Der Konzern wollte in Brasilien billige Brammen produzieren, sie in den USA weiterverarbeiten und damit hohe Margen erzielen. Die Amerika-Expansion entwickelte sich aber zu einem Desaster, unter anderem fielen die Baukosten wesentlich höher aus als geplant. Von den rund 12 Milliarden Euro, die Thyssenkrupp in das Werk in Brasilien und in eine inzwischen verkaufte Anlage im US-Bundesstaat Alabama investierte, musste der Konzern einen großen Teil abschreiben.